„5 vor 12 – Zeit für Demokratie“ am 11.05.2024

Als alle Waffen am 8. Mai 1945 schweigen, sind weltweit mehr als 60Millionen Opfer zu beklagen. Mehr als 6 Millionen europäische Jüdinnen und Juden sind ermordet worden, hunderttausende Sinti und Roma, Homosexuelle, politisch Andersdenkende, Menschen mit bestimmten Krankheiten und/oder Behinderungen sowie andere Minderheiten sind verfolgt und getötet worden.

Die Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 setzt dem Grauen ein Ende – zumindest in Europa, im pazifischen Raum kapituliert die japanische Führung erst nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945.

Vier Jahre später, am 8. Mai 1949, wurde das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland im parlamentarischen Rat verabschiedet. Nachdem die Militärregierungen der westlichen Besatzungszonen das Grundgesetz genehmigt hatten, wurde es am 23. Mai 1949 feierlich in einer Sitzung des parlamentarischen Rates verkündet. Die sogenannten „Mütter und Väter“ des Grundgesetzes haben nach all dem Krieg und Leid optimistisch in die Zukunft geschaut und diesem Land eine freiheitlich-demokratische Verfassung gegeben.

Das sind die Daten. Doch was bedeutetdas Grundgesetz heute für uns, für uns als Gesellschaft und für jede und jeden einzelnen von uns?

Im Grundgesetz stehen die wichtigsten Regeln für das Zusammenleben hier in Deutschland. Zum Beispiel wird bestimmt, dass jeder Mensch hier vor dem Gesetz gleich ist. Jede Person ist frei, solange sie die Freiheit einer anderen Person nicht verletzt. Meinungsfreiheit und Versammlungsrecht werden im Grundgesetz garantiert – ohne dieses Gesetz könnten wir heute hier nicht stehen!

Alle Gesetze, die in Deutschland erlassen werden, müssen mit dem Grundgesetz vereinbar sein, d.h. verfassungswidrige Gesetze können nicht in Kraft treten. Sehr gut! Denn so wird sichergestellt, dass die Würde des Menschen unantastbar bleibt, wie in Artikel1 des Grundgesetzes formuliert.

Um viele im Grundgesetz verankerte Rechte, die uns hier in Deutschland selbstverständlich erscheinen, beneiden uns Menschen in anderen Ländern, sie beneiden uns um die Freiheit und das Funktionieren unserer Demokratie.

Doch die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass dieses 75 Jahre alte Grundgesetz immer wieder gegen verfassungsfeindliche Bestrebungen verteidigt werden muss. Der Erhalt der Demokratie ist auf die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger und ihr aktives Eintreten für die Demokratie angewiesen. Wir Bürgerinnen und Bürger müssen Demokratie bewahren, indem wir Extremismus entgegentreten, wir müssen denjenigen widersprechen, die den Rechtsstaat und die Demokratie in Frage stellen und untergraben wollen.

Die AfD ist eine demokratiefeindliche und europafeindliche Partei, allerdings ist die demokratische Bundesrepublik lt. §23 des GG dazu angehalten, europafreundlich zu handeln, Europa zu entwickeln und zu verteidigen im Sinne einer Freiheits- und Wertegemeinschaft.

Die Pläne der AfD Europa betreffend sind also verfassungswidrig! Dagegen wehren wir uns!

Demokratie kann anstrengend und langwierig sein, sie lebt von Kompromissen, die Menschen gemeinsam aushandeln. Politik wird nicht von „denen da oben“ gemacht, sondern von uns, von uns allen, Demokratie ist eine Gemeinschaftsaufgabe.

Deshalb lasst uns gemeinsam gegen den Druck der Rechtsextremen, gegen Hetze und Gewalt zusammenstehen!
Lasst uns weiter auf die Straße gehen für Demokratie, für Gleichheit und für Toleranz!
Wir sagen: Bis hierhin und nicht weiter!
Wir gehen am 9. Juni wählen!
Wir wählen die Demokratie!
Wir wählen Europa, denn wir sind Europa!

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„5 vor 12 – Zeit für Demokratie“ am 04.05.2024

Es steht schlecht um unsere Demokratie, es gibt vor allem Gefahren von Rechts.

Die Unzufriedenheit mit den bisherigen politischen Entscheidungen

und die ständigen Querelen der Regierungsparteien untereinander haben laut Umfragen der AFD starken Zulauf gebracht.

Deshalb gibt es seit einigen Wochen dieses Zusammenkommen hier auf dem Marktplatz unter dem Motto: 5 vor 12

Es ist 5 vor 12

Es steht auch schlecht um unsere Erde.

Was wir im Moment erleben ist Wetter und die Regenmengen von z.B. 88 l je qm im Kreis Euskirchen sind Extremereignisse. Wenn diese Extremereignisse sich aber häufen, so

dass sogar schon hier die Wälder abgeholzt werden müssen,

dass neue Baumarten gepflanzt werden und

dass Landwirte ihre Produktion umstellen,

dann ist das eine Folge des Klimawandels.

1972 hat es ein Gutachten des Club of Rome gegeben „die Grenzen des Wachstums“. Das hat für Aufregung gesorgt, auch und vielleicht vor allem bei den Erdölgiganten. Shell, exon valdex und Esso haben Gutachten in Auftrag gegeben, um die Auswirkungen ihres wirtschaftlichen Handels zu untersuchen. Die Ergebnisse waren wohl verhehrend und haben bei ihnen zu 3 Reaktionen geführt:

1. Strikte Geheimhaltung wurde verordnet

2. Die Erölbohrinseln wurden umgeplant und höher gebaut wegen des ansteigenden Meeresspiegel

3. Milliardenschwere Lobbyarbeit mit Falschmeldungen wurde begonnen.

Das Pariser Klimaabkommen hat 2015 festgelegt – und Deutschland hat dies auch unterschrieben – dass sich bis zum Ende des Jahrhunderts die durchschnittliche Temperatur um max. 2 Grad besser um max. 1,5 Grad erhöhen darf – bezogen auf das langjährige Mittel bis 1990, – damit sich unsere Lebensgrundlagen nicht drastisch verschlechtern.

Im letzten Jahr waren die Temperaturen weltweit schon um 1,48 Grad und in Deutschland sogar um 1,8 Grad höher! Wir hatten vorgestern in Deutschland den Überlastungstag, das bedeutet, dass wir am 2. Mai alle Ressourcen schon aufgebraucht haben, die im ganzen Jahr wieder geschaffen werden können.

Was bedeutet es, dass wir so ausbeuterisch mit unserer Erde umgehen?

Dürren nehmen zu

Extremregenereignisse nehmen zu

Das Eis auf den Polkappen und z.B. auf Grönland schmilzt

Die Gletscher schmelzen – In der Schweiz wird es in 30 Jahren keinen mehr geben

Der Meeresspiegel steigt, Inselstaaten werden verschwinden, Land und Städte werde überschwemmt werden – auch an Ost- und Nordsee.

Menschen werden ihre Heimat verlassen und fliehen müssen, wenn sie überleben wollen. Wir müssen uns also auf eine Flüchtlingswelle unbekannten Ausmaßes einstellen.

So hohe Meerestemperaturen wie im Moment hatte die Wissenschaft eigentlich für die nächsten 20 Jahre noch nicht erwartet.

Der Temperaturregler unserer Erde ist kaputt gegangen – so eine Schlagzeile der Dürener Zeitung in der Letzten Woche. Die Atlantikströmungen, die unser Klima regulieren, spielen verrückt und von Mexiko bis Australien gehen Korallenriffe wegen der Hitze ein. Das ist das Massensterben unserer Zeit – und es beginnt erst. Menschen fliehen vor Waldbränden und Überschwemmungen. Die fortschreitende Klimakrise wird uns immer mehr zu schaffen machen. Wir Erwachsene im fortgeschrittenen Alter werden es wohl hier in Deutschland überleben – für unsere Kinder und Enkel wird es viel schlimmer.

Wir erleben ständig Tages- und Monats Rekordtemperaturen. Das letzte Jahr war das wärmste seit Temperaturen aufgezeichnet werden.

Klimaschwankungen hat es schon immer gegeben, aber nicht in diesem Tempo.

Es ist unbestritten, dass CO2 eingespart werden muss. Wenn alle bekannten Öl- und Kohlevorkommen verbrannt werden, wird die Welttemperatur um 15 Grad steigen. Lebewesen sind empfindlich. Ab einer bestimmten Temperatur überhitzen sie einfach und sterben. Nicht von ungefähr enden unsere Fieberthermometer bei 42 Grad. In manchen Teilen des Planeten nähern sich die Temperaturen der roten Linie, jenseits derer bereits wenige Stunden im Freien zum Tode führen.

Es muss schnell gehandelt werden und nicht nur von jedem einzelnen. Die Politiker sind gefragt, Entscheidungen zu treffen, schnell und effektiv – Entscheidungen, die nicht nur für einzelne Länder, sondern für Europa, möglichst für alle Menschen auf der gesamten Erde eine Perspektive eröffnen.

Bei der Europawahl am 9. Juni haben wir die Möglichkeit, das mit zu beeinflussen. Bei dieser Europawahl dürfen erstmals Menschen ab 16 Jahren wählen. Wenn Sie Kinder oder Enkelkinder haben, fragen Sie nach, wo die sich informieren, ob das nur Internetforen wie TikTok sind, die mit Falschinformationen gespeist werden oder ob es auch seriöse Presse ist und ob bezüglich der Umwelt wissenschaftliche Ergebnisse bekannt sind.

Gehen Sie auf jeden Fall am 9. Juni zur Wahl; machen Sie sich kundig und wählen Sie eine demokratische Partei. Es gibt auch für diese EU-Wahl einen Wahl-o-mat speziell für Umweltfragen – WWW.Klimawahlcheck.eu. Wenn Sie den machen, werden Sie feststellen, dass die AFD graphisch abgegrenzt ist.

In ihrem Wahlprogramm leugnet die AFD den menschengemachten Klimawandel und tut so, als ob Klimaschutz wirkungslos wäre. Sie spricht von der „angeblichen Klimakrise“ und behauptet; „europäische Programme wie der „Green deal“ und „Fit for 55“ wirkten sich zerstörerisch auf die europäische und insbesondere die deutsche Wirtschaft aus. Auf das Weltklima werden alle diese Maßnahmen absehbar keinen Einfluss haben.“

Das ist schlicht falsch. In den vergangenen 30 Jahren konnte die EU dank ihrer Klimaschutzmaßnahmen 30 % ihrer Emissionen senken.

Da die AFD die Klimakrise leugnet, liefert sie auch keine Ansätze, sie zu bekämpfen.

Außerdem fordert die AFD in ihrem Wahlprogramm, dass Deutschland aus der EU austritt. Für effektiven Klimaschutz braucht es aber mehr Zusammenarbeit in Europa und nicht weniger.

Und noch etwas: Die AFD stellt die Grundwerte unserer Demokratie in Frage und attackiert Organisationen, die sich für Klimaschutz, Menschenrechte und Demokratie einsetzen. So gefährdet sie unser Zusammenleben in Freiheit und Toleranz und damit auch den Einsatz für Klima- und Naturschutz. Die AFD liefert in ihrem Wahlprogramm keine einzige brauchbare Lösung gegen die Klimakrise und versucht sogar, europäische Lösungen zu verhindern.

Zum Schluss noch ein Hinweis zum Vormerken von 2 Veranstaltungen des Dürener Forums Politik, in dem Kirchen, Gewerkschaften, Umweltverbänden und lokalen Bündnisse zusammenarbeiten.

Am 16. und 23. Mai haben Sie von 11-13 Uhr hier auf dem Kaiserplatz die Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen mit Europawahlkandidaten von CDU, SPD und Grünen. Nutzen Sie die Gelegenheit.

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„5 vor 12 – Zeit für Demokratie“ am 27.04.2024

  • Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
    liebe Freundinnen und Freunde,

die Gewerkschaftsbewegung ist gelebte Vielfalt. Unabhängig von Alter, sozialer oder nationaler Herkunft, geschlechtlicher Identität, Religion, Weltanschauung oder körperlich geistiger Fähigkeiten: Mitbestimmung und Tarifvertrag gelten gleichermaßen für alle.

Für uns ist Vielfalt nicht nur ein politischer Anspruch und eine Haltungsfrage:
Vielfalt heißt Freiheit.

Vielfalt heißt, dass jeder so leben kann, wie sie oder er es möchte. Vielfalt ist die Grundlage für eine Gesellschaft, in der Freiheit und Demokratie gleichberechtigt nebeneinanderstehen.

Dass wir weiterhin für eine solche Gesellschaft kämpfen müssen, erfahren wir Tag für Tag in der Auseinandersetzung mit den extremen Rechten. Mit ihren völkischen Wahnvorstellungen leugnen sie die Realität, dass Deutschland seit Jahrhunderten eine vielfältige Migrationsgesellschaft ist. Und das weiß niemand besser als wir Gewerkschaften. Denn die Wirklichkeit in den Betrieben und in den Dienststellen ist bunt und vielfältig.

Und auch wir als Gewerkschaften sind bunt und vielfältig.
Das ist kein Problem, sondern eine Stärke!

Wie wir in unserem Land diese Stärke noch viel besser nutzen können, um auch für demokratischen Fortschritt zu sorgen, das machen wir vor. Bei der Mitbestimmung darf längst jeder wählen. Egal welcher Herkunft. Egal auch, welchen Pass sie oder er hat. Wir machen Beschäftigte in Betrieben durch die Mitbestimmung zu Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes! Daran werden wir festhalten und das ist eine der großen Integrationsleistungen der Gewerkschaften in diesem Land.

Unsere Stärke ist die Vielfalt unserer Mitglieder.

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

„Mach meinen Kumpel und meine Kumpelin nicht an!“ Das ist seit Jahrzehnten unser Motto gegen Hass und Hetze. Mit der Gelben Hand, unserem Verein für Gleichbehandlung, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus machen wir das deutlich sichtbar.

Wir werden nicht zulassen, dass reale Probleme und Sorgen auf dem Rücken von Geflüchteten, von queeren Menschen und anderen Gruppen ausgetragen werden. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – zum 75. Jahrestages des Grundgesetzes besteht reichlich Anlass deutlich zu machen, dass dieser Satz für uns keine leere Formel ist, sondern eine alltägliche Handlungsmaxime. Und wir erwarten von allen demokratischen Parteien, dass sie sich von Populismus, Hetze und Rassismus distanzieren und sie nicht noch verstärken.

Denn: Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht!

Mit unserer Kampagne zur Europawahl wollen wir deutlich machen, wie wichtig Europa für uns alle ist. Und wie wichtig es ist, dass sich möglichst viele Menschen an der Wahl beteiligen und ihre Stimme für ein demokratisches Europa abgeben – und nicht für die, die Europa und unsere Demokratie am liebsten abschaffen wollen.

Denn eines ist klar: Wenn die AfD und Konsorten von einem „Europa der souveränen Staaten“ fabulieren, dann ist das nichts anderes als Verschleierung. Worum es ihnen geht, ist eine Rückabwicklung der politischen Integration Europas, ein Rückfall in Nationalismus und Einzelstaaterei.

Wenn es nach denen ginge, sollte Deutschland am besten ganz raus aus der EU. Würden die DEXIT-Pläne der AfD Wirklichkeit, würde Deutschland tatsächlich aus der EU und der Eurozone austreten, könnte es in den nächsten 15 Jahren 10 Prozent seiner Wirtschaftsleistung verlieren. Das entspräche einen Wohlstandsverlust von 400 bis 500 Milliarden Euro jährlich. Deutschland als Exportland würde stark getroffen. Deutsche Unternehmen generieren rund 50 Prozent ihres Umsatzes innerhalb der EU. Das würde dann wegbrechen. Dadurch wären 2,2 Millionen Arbeitsplätze betroffen.

Soweit dürfen wir es auf keinen Fall kommen lassen! Es kommt bei der Europawahl auf die Stimme jeder und jeden Einzelnen von uns an!

Deshalb, liebe Kolleginnen und Kollegen,

lade ich euch alle herzlich ein mit uns den Tag der Arbeit am 1. Mai im Josef-Vosen-Park in Düren zu feiern. Lasst uns am 1. Mai in Düren ein Zeichen setzen. Ein Zeichen für ein buntes und vielfältiges Europa und ein Zeichen gegen Hass und Hetze.

Bei Hitlers brennt noch Licht

von Simon Pearce

„Bei Hitlers brennt noch Licht.

Es ist nie ganz erloschen.
Nur eine kurze ruhige Zeit
wars Fenster fest verschlossen.
Nur ab und zu, ganz schüchtern fast,
kaum hörbar ein Gewisper.
Man nahm’s kaum wahr und dachte sich:
Was soll’s, da ist noch Licht an.“

Es ist nie ganz erloschen

„Bei Hitlers brennt noch Licht.

Jetzt treten sie ans Fenster,
jetzt sieht man sie,
jetzt hört man sie.
Das sind keine Gespenster.
Ganz stolz und lautstark stehen sie da,
entzünden und krakeelen.
Und ihre Drohung ist ganz klar:
‚Wir gehen wieder wählen!‘


„Bei Hitlers brennt noch Licht.
Vernunft, wo bist du, wo?
Komm raus und hilf und schalte es aus,
sonst brennt es lichterloh.“

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„5 vor 12 – Zeit für Demokratie“ am 20.04.2024

Auch am heutigen Samstag trafen sich vor dem Dürener Rathaus wieder ca. 200 Menschen, um in der Aktion „5 vor 12“ des Dürener Bündnisses gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt für unsere Demokratie zu demonstrieren.

Aus Euskirchen reiste der Drehorgel-Künstler Winfried Kubitza aus der queeren Community nach Düren, um mit abwechselndem Drehorgelspiel und mahnenden Worten gegen die Pläne und Vorhaben der Rechtsextremen zu agieren.

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„5 vor 12 – Zeit für Demokratie“ am 13.04.2024

Das Orchester für Vielfalt – „mer sin eins“ spielte am Samstag vor gut 350 Besuchern 5 tolle Stücke verschiedener Epochen und begeisterte die anwesenden Demonstranten und Demonstrantinnen.

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„5 vor 12 – Zeit für Demokratie“ am 06.04.2023

Hallo liebe Dürenerinnen und Dürener!

Liebe Demokrat-Innen

Mein Name ist Monika Linden und ich bin Oma. Heute haben wir die Ortsgruppe „Omas gegen Rechts“ hier in Düren gegründet. Wir sind kein eigener Verein, sondern agieren zusammen im Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt.

Wir haben keine kleinen Kinder mehr, wir müssen nicht mehr hart in Jobs arbeiten, wir haben mehr Zeit uns politisch zu engagieren und gerade jetzt scheint es notwendig zu sein einen Beitrag zu leisten.

  • Es geht uns um Ermutigung, Vernetzung und Sichtbar-Machen
  • ALT SEIN HEISST NICHT STUMM SEIN
  • Auch wir möchten ein Zeichen setzen gegen die rechte, menschenverachtende Ideologie von AfD & Co.

Was wollen wir noch:

  • Wir wollen demokratisch sein. Die AfD mag demokratisch gewählt sein aber sie handelt nicht demokratisch, sondern rassistisch.
  • Wir respektieren die Würde des Menschen, egal welcher Herkunft, welcher Religion, politischen Anschauung oder sexuellen Orientierung
  • Jede Person hat das Recht auf Leben, Freiheit, Sicherheit, Würde, Gerechtigkeit und Selbstbestimmung.
  • Wir sind gegen Anisemitismus, also Judenhass- Judenfeindlichkeit
  • Wir setzen uns ein für die freie Meinungsäußerung
  • Wir sind für Gleichberechtigung von Frauen und Männer
  • Wir schützen Menschen mit Behinderungen und sozial beeinträchtigte Menschen
  • Wir wollen weiterhin eine lebenswerte Zukunft für unsere Familien, unsere Kinder, Enkel und den Mitmenschen ohne Machtmissbrauch, Korruption und Vetternwirtschaft
  • Wir setzen uns für die Gewaltenteilung ein. Sie ist die Voraussetzung zur Demokratie.
  • Die Medien, die Zivilgesellschaft und die wissenschaftlichen Institutionen müssen frei und kritisch sein
  • Wir unterstützen die Bürgerbeteiligung. Sie ist die Seele der Demokratie. Jede Person hat das Recht, sich an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten zu beteiligen, sei es durch Meinungsäußerung, Information, Petition, Demonstration, Vereinigung und Kooperation
  • Hass in jedweder Art ist für uns keine Option, davon distanzieren wir uns

  • Wir rufen alle Menschen, die sich für die Demokratie engagieren wollen, dazu auf, diese demokratischen Regeln zu befolgen und zu fördern.
  • Wir rufen alle Menschen, die an die Demokratie glauben, dazu auf, die Demokratie zu leben und zu lieben
  • Und deshalb dürfen Antidemokraten, allen voran die AfD in keine staatliche Funktion kommen. Sie werden wie in der Vergangenheit auch unsere Demokratie zerstören. Und das werden wir nicht zulassen!
  • Unser Apell an Sie, gehen Sie wählen und machen das Kreuz an der richtigen Stelle.
  • Ich bedanke mich für Ihr zahlreiches Erscheinen und hoffe, dass wir uns bald wieder sehen.

Nie wieder ist genau jetzt!

Umgewandelt aus dem Gedicht von Sabine Asgodom // Journalistin, Fernsehmoderatorin, Buchautorin, München, 27.3.2024         

         
Liebe Demokratinnen und Demokraten, hallo Omas und Opas.

Herzlichen Dank an das Bündnis gegen Rechtsextremismus und Gewalt hier ein paar Worte an Sie richten zu dürfen.

Auch kürzlich wurde wieder bekannt, dass AfD- Mitglieder an einem Geheimtreffen teilgenommen haben, bei dem Abschiebepläne für Menschen mit Migrationshintergrund diskutiert wurden.

Obwohl die AfD seit 2021 als rechtsextremer Verdachtsfall beobachtet wird und in einigen Bundesländern (Thüringen, Sachsen und Sachsen- Anhalt) als gesichert rechtsextrem eingestuft wurde kommt das Parteiverbotsverfahren noch nicht zum Zug. Dafür braucht es tatsächliche Anhaltspunkte, dass diese Partei die Absicht hat unsere freiheitliche, demokratische Grundordnung anzugreifen und zu beseitigen. 

We remember:  Auch in unserer Stadt sind Juden aus etlichen Straßen der Innenstadt von Düren und einigen Gemeindeteilen entfernt worden.

Ins Sammellager gesteckt und mit Zügen in die zahlreichen Arbeits- und Vernichtungslager transportiert worden. Die Stolpersteine erinnern uns an diese Menschen.

Deshalb frage ich mich:

  • Wo werde ich sein, wenn „SIE“ geholt werden?
    Werde ich die Liste der Kinder in meiner Klasse schreiben, die abtransportiert werden sollen?
    Und beflissentlich die Namen abhaken, damit Sie wirklich alle erwischen?
  • Oder werde ich selbst den Bus fahren, der sie wegbringt?
  • Wo werde ich sein, wenn meine Patienten abgeholt werden, damit endlich die Betten auf der Station frei werden?
    Und , werden die Pflegekräfte mit den fremden Namen gleich mitgehen?
    Werde ich die Maschinen ausstellen für solche, für die sich ein Transport gar nicht mehr lohnt?
  • Wo bin ich, wenn weinende Mütter und Kinder aus den Flüchtlingsunterkünften getrieben werden?
  • Wo werde ich sein, wenn meine Erntehelfer nicht mehr kommen?
    Wer pflückt meine Äpfel, wer sticht meinen Spargel? Werde ich alles selbst pflücken oder unterpflügen müssen?
  • Wo werde ich sein, wenn die dunkelhäutigen Kinder aus meiner Kita verschwunden sind?
    Werde ich ihre kleinen Hausschuhe in Mülltüten stecken, die bunten Trinkflaschen und ihre Matschhosen? Und dann gründlich durchwischen?
  • Wo bin ich, wenn meine Kolleg*innen mit Migrationshintergrund ihren Arbeitsplatz räumen müssen? Wünsche ich Ihnen noch alles Gute? Werde ich Ihre Arbeit dann mitmachen?
  • Wo bin ich, wenn alle Dönerbuden geschlossen sind?
    Freue ich mich dann auf die deutschen Kneipen mit Bratwurst und Sauerkraut?

    Weil:    Ich kann mich ja den Anweisungen nicht widersetzen. Weißt du, als einzelne kann ich schließlich nichts tun?

    Was wird aus mir werden?

    Keiner von uns wird ungeschoren davonkommen..

Stille

Mir ist bewusst, dass dies harte Fragen sind. Aber sollten wir sie uns nicht alle stellen?

Denn
NIE wieder darf so etwas passieren.
NIE wieder Antisemitismus, NIE wieder Hass und Hetze gegenüber anders Gläubigen und anders lebenden Menschen. (Wer definiert eigentlich anders?)

Und das ist die Botschaft von heute, liebe Dürener:Innen:

Noch ist Zeit zu handeln und unsere Demokratie zu schützen:

Packen wir es an!

Leben und verteidigen Sie unsere Freiheit und unser Grundgesetz.

Herzlichen Dank für Ihr Kommen und ihr Interesse.

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„5 vor 12 – Zeit für Demokratie“ am 30.03.2023

In der Rückschau erscheint bereits das Jahr 1932 als das Jahr des Scheiterns der Weimarer Republik: die NSDAP fährt erhebliche Stimmengewinne ein (+19 Prozent auf 37 Prozent), die SPD-Regierung in Preußen wird mit der Billigung Hindenburgs abgesetzt und im Hinterzimmer loten Barone aus, wie man die Nazis am besten “einrahmen” könnte. Doch die damaligen Demokraten gaben noch nicht auf, nein, sie kämpften leidenschaftlich für die Demokratie. Ein Schriftsteller tat sich dabei besonders hervor: Heinrich Mann, wohl einer der aufrichtigsten und engagiertesten Demokraten der Weimarer Republik. Anders als sein Nobelpreisträger-Bruder Thomas schwieg Heinrich nicht über die Nazis und ihre, Zitat, “eklatante Dummheit”. Damit zog er den Hass der Nazis auf sich und musste ins Exil. Bei der ersten Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 schrie der Nazi-Clown Goebbels zu Beginn: “Ich übergebe dem Feuer die Schriften von Heinrich Mann.”

Heinrich Mann hat Weimar bis zuletzt nicht aufgegeben und tourte 1932 geradezu durch Deutschland, hielt Reden für die Demokratie und gegen die Nazis. Eine davon, sie erscheint aktueller denn je, möchte ich hier, in leichter Bearbeitung, vorlesen. 

“Während des ganzen 19. Jahrhunderts sind Freiheiten und Rechte verkündet und gelehrt, erworben und erkämpft, verteidigt, verloren und wiedererrungen worden. Ihr Wert ist bezeugt durch die Anstrengungen vieler Geschlechter, durch die Erkenntnisse der Denker, die Zustimmung aller, durch unendliche Begeisterung und nie zu vergessene leiden. Die Ziele, nach denen unsere Vorfahren und noch wir selbst unser ganzes sittliches Leben gerichtet haben, sind besonders folgende: 

1. Die nationale Freiheit. Sie umfasst zuerst und vor allem die Sicherung der Nation gegen innere Vergewaltigung. Das ist der immer gültige Begriff der nationalen Freiheit. Dagegen hat die nationale Unabhängigkeit nach außen einen Sinn, der niemals auch nur 50 Jahre derselbe bleibt. Bayern stand früher in Deutschland unabhängiger da, Deutschland früher in Europa.
2.  Die Freiheit des Einzelnen. Sie bedeutet zweierlei: der einzelne unterliegt keiner Willkür; und der darf tun, was ihn beliebt, soweit er keinen anderen schädigt.
3.  die Gleichheit vor dem Staat und vor dem Gesetz. Vor dem Staat gibt es nur Staatsbürger, keine Klassen, Parteien, Nationalitäten. Das Gesetz kennt nur Rechtssuchende, keine Klassen, keine Parteien, Nationalitäten.
4.  die Mitbestimmung im Staat und im Gesetz vermittels des passiven und des aktiven Wahlrechts.
5.  das Recht und die Freiheit der Meinungen, sich öffentlich zu äußern in Wort, Schrift, Darstellung, Kundgebungen.
6.  die Freiheit der Forschung und ihrer Lehre.
7.  die Freiheit der Kunst und ihrer Darbietung.
8.  die sozialen Rechte. das Recht der wirtschaftlich Schwachen sich zusammen zuschließen, der Kinder, geschont zu werden, der Kranken, gepflegt zu werden, der Greise, nicht zu verhungern, der Erwerbslosen, zu wohnen und zu essen.
9.  das Recht auf Leben als Grundlage aller Rechte und Freiheiten. Das Recht der Gesellschaft auf ihre Gesittung, das Recht des Einzelnen, gesichert in ihr zu leben.

All dies ist lebensfördernd, wie jeder Mensch mit gesunden Sinnen sofort bemerkt. Es ist gemeint als fruchtbare Gegenwirkung gegen die zerstörenden, verneinenden Kräfte: Krieg, Unterdrückung, Ausbeutung, Entwürdigung des Menschen, Nichtachtung des Lebens. Wirklich und endgültig erreicht wurde dies alles nie. Denken wir nur an die sozialen Rechte, die zuletzt doch dahin führen sollten, daß es keine Überreichen und keine ganz Armen mehr gibt! Das ist nicht erreicht. Aber das Leben muß täglich erobert werden, damit man es nicht verliert, und so auch die Freiheiten und Rechte. Es sind, da sie so viel Kampf verlangen, viel eher Pflichten und Gebundenheiten. Die ganze Demokratie, als genaues Abbild des Lebens, ist im Grunde Pflicht und Gebundenheit. Das fängt an mit dem Gebot, das Leben der anderen zu achten, und endet mit dem Anspruch an jeden einzelnen, zu denken, die Gesellschaft zu begreifen und verantwortungsvoll an ihr mitzuarbeiten.
Die Demokratie ist eine Schule mit so vielen Klassen, so vielen Prüfungen, wie das Leben selbst. Nicht jedes Volk erreicht und besteht alle, und innerhalb des einzelnen Volkes sind immer eine gewisse Anzahl Schüler ausgesprochen schlecht. Es kommt nicht überall und nicht alle Tage vor, daß die Zurückgebliebenen gleich die Schule in Brand stecken möchten. Aber so ist es heute in Deutschland. Sie möchten brandstiften, um nicht lernen zu müssen, und inzwischen grölen sie, treiben Unfug und vergreifen sich tätlich an “politischen Gegnern”, wenn dumme Jungen überhaupt politische Gegner haben könnten.
Die faulen Schüler grölen im Sprechchor: “Wir scheißen auf die Freiheit!” Allerdings. Diese körperliche Fähigkeit bleibt ihnen immer noch übrig, wenn sie für alles andere zu unbegabt und zu pflichtvergessen sind. Ihr Redner im Rundfunk verkündet patzig: “Das intellektuelle Denken lehnen wir ab!”
Ihr einziger Ehrgeiz ist: Note eins im Turnen. Schritt und Tritt, Grüßen, Griffe, Sprechchöre, Kommandos und blindes Gehorchen: damit, glauben sie, ist es zu schaffen. Das genügt aber nicht; sondern wenn man in allem anderen schlecht ist, fliegt man eines Tages aus der Schule. Dies steht vollkommen fest. Die Schule bleibt, und die Unfähigen fliegen.
Die Demokratie ist eine befestigte, nie mehr aus der Welt zu entfernende Tatsache. Sie ist das Leben selbst, auf der Stufe, die nun einmal erreicht ist. Die Faschisten sind auch nur Demokraten. Sie begehen bloß die alberne Verwechslung, sich selbst für die alleinigen Nutznießer der Demokratie zu halten – nur Rechte, keine Pflichten. Man hat sich aber zu fügen.  Man hat die Freiheiten und Rechte zu erwerben durch Erlernung der Pflichten und Gebundenheiten. Ließe ein ganzes Volk, z.B. das deutsche, sich von den schlechten Lebensschülern verleiten, dann würde es leider solange Schläge bekommen vom Leben und von der Welt, bis es endlich in der untersten Klasse von vorn wieder anfangen müßte zu lernen. Mehr wäre nicht gewonnen!
Aber die vernünftigen und brauchbaren Lebensschülern sind in Deutschland die Stärkeren. Sie werden dafür sorgen, daß uns das Schlimmste erspart bleibt.”

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Bericht über die Mitgliederversammlung des Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt

Am Dienstag, den 19.03.2024 hatte das Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt für 18 Uhr zur Mitgliederversammlung in die Marienkirche in Düren eingeladen. Ungefähr 50 Bündnismitglieder waren der Einladung gefolgt. Gunter Derichs vom Sprecherkreis berichtete über die Aktivitäten der letzten Jahre. Themen, wie Veranstaltungen zur Situation der Vereinnahmung rechter Gruppen bei den Montags- demos von Coronagegnern, Filmvorführungen des Films „bis Weihnachten – vielleicht!“, Kundgebung für den Erhalt unserer Demokratie, die Verteilung von „Bänken gegen Aus- grenzung“ an alle Städte und Gemeinden im Kreis Düren wurden angesprochen. Karl Panitz und Laura Franke berichteten über den Stand des Projektes „NRWeltoffen“, das das Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt und der Kreis Düren gemein- sam durchführen. In dem Projekt wurde ein regionales Handlungskonzept gegen Rechtsextremismus und Rassismus erstellt und umgesetzt. Aktuell soll dieses Handlungs- konzept überarbeitet werden und den veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden. Jo Ecker berichtete über seine Initiative „Fußballvereine gegen Rechts“. In der anschließenden Aussprach wurden die Veranstaltungen „5 vor 12 – Zeit für Demokratie“ von den Anwesenden gelobt und es gab auch eine konstruktive Diskussion zu diesen Veranstaltungen.

Es wurde in der Mitgliederversammlung auch der Sprecherkreis neu gewählt. Dem Sprecherkreis des Dürener Bündnisses gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt gehöre jetzt an: Marliese Gier, Judith Hages, Inge Schumacher, Saffet Akkas, Gunter Derichs, Jo Ecker, Karl Panitz, Lukas Pazzini und Bettina Döring.

Das Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt lädt weiterhin herzlich für die kommenden Samstage zur Zusammenkunft „5 vor 12 – Zeit für Demokratie“ vor dem Rathaus an der „Bank gegen Ausgrenzung“ ein.

Sprecherkreis des Dürener Bündnisses gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt (von links: Bettina Döring, Inge Schumacher, Gunter Derichs, Marliese Gier, Judith Hages, Saffet Akkas, Karl Panitz und Jo Ecker. Es fehlt Lukas Pazzini)

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„5 vor 12 – Zeit für Demokratie“ am 23.03.2023

Auch heute, während den Internationalen Wochen gegen Rassismus, machen sich auch wieder hier am Rathausvorplatz Menschen aus Düren stark für Freiheit und Demokratie sowie gegen Hetze und Hass bemerkbar. Vielen Dank dafür!

Die Proteste gegen Rechtsextremismus und mögliche Pläne der AfD zur „Remigration“ gehen auch am deutschen Fußball nicht vorbei. Ein Trainer findet deutliche Worte: „Wer jetzt nicht aufsteht, der hat nichts verstanden. Es ist fünf vor zwölf“, sagte Christian Streich, Trainer des SC Freiburg kürzlich bei einer Pressekonferenz.

In Leipzig warnte auch Streichs Trainerkollege Marco Rose vor der politischen Entwicklung: „Ich glaube, dass es ganz wichtig ist, dass man gegen Dummheit und Rechtsextremismus in jeder Form aufsteht“, sagte Rose, der aus Sachsen stammt, einem der Bundesländer, in denen die AfD sehr hohe Zustimmung genießt. „Ich finde es gut, dass die Leute das auch machen, dass sie klar Flagge zeigen und auf die Straße gehen.“

Die Aussagen Streichs und Roses sind nur zwei Beispiele von Vielen dafür, wie deutlich sich der Fußball  positioniert und dazu aufruft, im Wahljahr 2024 für demokratische Werte einzustehen. ,Auserdem werden in den ostdeutschen Bundesländern Sachsen, Thüringen und Brandenburg neue Landtage gewählt. Alle Umfragen deuten darauf hin, dass die AfD deutlich an Stimmen gewinnt. In Thüringen könnte sie am Ende mit Björn Höcke unter Umständen sogar den Ministerpräsidenten stellen. Höcke wird vom Verfassungsschutz, dem obersten Inlandsgeheimdienst Deutschlands, seit März 2020 als Rechtsextremist eingestuft.

Auch die Verbände, wie der DFB und die DFL, starten zur Zeit wichtige Aktionen gegen Rassismus, Gewalt und Antisemitismus.

Der DFB fordert die Fußballfamilie im ganzen Land auf, während der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ und darüber hinaus auch im Jahr der Europameisterschaft in Deutschlande ein starkes Zeichen gegen Rassismus setzen. Fotos von Mannschaften, Fans, Funktionären oder auch Einzelpersonen, die mit gekreuzten Händen das „Aus-X-en“ des Rassismus symbolisieren. Die Bilder können dann als Zeichen in den sozialen Netzwerken geteilt werden.

Der DFL (die Deutsche Fußballiga) setzten am im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ mit den 36 Proficlubs der Ersten und Zweiten Liga gemeinsam ein klares Statement gegen Rassismus und rassistische Diskriminierungen. Die Botschaft „Misch Dich ein!“  wird unter anderem in den Stadien aller Heimspielorte, bei Übertragungen von Medienpartnern und auf digitalen Kommunikationskanälen verbreitet.

Auch viele Vereine und Initiativen aus den Amateurligen setzen vermehrt wichtige Zeichen, wie z.B. durch Teilnahme an unseren Aktion „Fußballteams gegen Rechts“, bei der wir vor den Spielen mit den Schiedsrichtern, Mannschaften und unserem Banner gegen Rassismus und Gewalt ein sichtbares Zeichen dort machen, wo der Fußball stattfindet. Bisher haben über 1000 Mannschaften in ganz Deutschland teilgenommen. Zwei Schiedsrichter aus dem Kreis Düren setzen vor ihren Spielen immer dieses Zeichen und stellen fest, dass die nachfolgende Partie meist fair verläuft.

Auch die Aktion „4 Schrauben für Zivilcourage“, bei der wir allen Vereinen, auch Nicht-Fußballvereinen, ein kostenloses Schild mit der Aufschrift „Kein Platz für Rassismus und Gewalt“ zur Anbringung ans Vereinsgelände anbieten. Bisher haben über 1680 Vereine daran teilgenommen. Bei den Aktionen im Amateurbereich verlangen wir vom DFB mehr Unterstützung!

Stellt man sich einmal vor, die Pläne der Remigration würden irgendwann umgesetzt, hieße das am Beispiel des Fußballkreises Düren das mögliche Aus des Ligabetriebes, zumindest von großen Teilen. Aus den geschätzt 500 Mannschaften im Junioren- und Seniorenbereich würden nach Deportation der Spieler- und Spielerinnen mindestens geschätzt 300 Teams nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Chance von einer wertvollen Integration wäre vertan.

Jeder, der Fußball und anderen Sportarten besucht, nehme ich hiermit ausdrücklich in die Pflicht, die Zivilcourage zu besitzen, sich bei rassistischen und menschenfeindlichen Beleidigungen einzumischen! Stopp dem Rassismus, Stopp der Gewalt!

Aus meiner Sicht kann ich nur sagen: Durch meinen jetzt 23 Jahren andauernden friedlichen Kampf gegen Extremismus und Gewalt habe ich einiges erreichen können, hauptsächlich durch Zivilcourage!

Zu meiner jetzigen Aktion „Rathäuser gegen Rassismus“: Bisher haben sieben haben mich sieben Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in ihren Rathäuser empfangen, mein DIN A3-Schild gegen Rassismus in Empfang genommen und diese werden als Zeichen der jeweils beschlossenen Resolutionen gegen Rassismus an den Rathäusern angebracht. Einige andere Gemeinden und auch der Landrat haben Interesse und Bereitschaft signalisiert. Toll, das die Bürgermeister*innen in den Gesprächen noch weitere Ideen entwickeln!

Zum  Schluss noch das wichtigste: Geht unbedingt wählen und nur demokratisch! Nur so ist unsere Demokratie zu retten! Es ist 5 vor 12!

Veröffentlicht unter Startseite | Kommentare deaktiviert für „5 vor 12 – Zeit für Demokratie“ am 23.03.2023

„5 vor 12 – Zeit für Demokratie“ am 16.03.2023

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

mein Name ist Saffet Akkas. Ich möchte Sie herzlich begrüßen. Schön, dass Sie bei diesem schönen Wetter gekommen sind. Die Zeit, die Sie sich genommen haben, ist sehr wertvoll, vielen Dank.

Zum fünften Mal versammeln wir uns unter dem Motto „Fünf vor Zwölf“, um für Toleranz, Vielfalt und Demokratie einzustehen.

Heute nehmen wir den Internationalen Tag gegen Rassismus, der am kommenden Donnerstag stattfindet, zum Thema dieser Veranstaltung.

Viele Menschen denken, dass Menschenrechte im 21. Jahrhundert selbstverständlich sind. Doch der Alltag in unserem Land sieht anders aus:

Immer noch werden Menschen wegen ihrer Gesinnung, Herkunft, Behinderung, sexuellen Orientierung, Religion oder aufgrund von Zuschreibungen und Vorurteilen ausgegrenzt, beleidigt, diskriminiert oder sogar angegriffen. Meinungen und Haltungen, die die Menschenwürde verletzen, finden leider zunehmend Zuspruch.

Wohnungssuchende mit nicht Deutsch klingenden Namen haben geringere Chancen einen Mietangebot zu bekommen, Stellenbewerbungen nicht weißer Menschen werden weniger berücksichtigt. Menschen mit vermeintlichem Migrationshintergrund werden häufig nicht in Clubs gelassen und unterliegen verstärkt Polizeikontrollen.

Rechtsextreme schüren Rassismus und versuchen durch Hass und Hetze die Zivilgesellschaft zu spalten. Gegen Kritik verteidigen sie sich mit den Worten „das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ und wehren sich gegen Rassismuskritik gerne mit dem Vorwurf der Einschränkung ihrer Meinungsfreiheit.

Doch es gibt auch gute Nachrichten:

Laut einer Studie des Bundesfamilienministeriums sind immerhin rund 70 Prozent der Bevölkerung bereit, sich gegen Rassismus zu engagieren – zum Beispiel, indem sie Geld spenden (37 Prozent), an Demonstrationen teilnehmen (42 Prozent), sich an Unterschriftensammlungen beteiligen (66 Prozent) oder bei rassistischen Aussagen intervenieren (82 Prozent). Besonders stark ausgeprägt ist das Engagement gegen Rassismus in den jüngeren Altersgruppen und bei Menschen mit höherer Bildung.

Es bleibt aber viel zu tun.

Wenn wir hier über Demokratie sprechen, müssen wir uns bewusst sein, dass sie für jeden Menschen gleichermaßen gilt. Wir möchten diese Gelegenheit nutzen, um die Aufmerksamkeit auf diejenigen zu lenken, die seit über 60 Jahren, über vier Generationen hinweg, in diesem Land, in dieser Stadt leben. Diese Menschen haben hier gearbeitet, Steuern gezahlt und haben den klaren Wunsch, weiterhin hier zu leben. Für viele, die als „Menschen mit Migrationshintergrund“ bezeichnet werden, gibt es kein anderes Zuhause – sie sind Bürgerinnen und Bürger Deutschlands.

Warum überhaupt muss der „Hintergrund“ bestimmter Menschen thematisiert oder sogar in den Vordergrund gestellt werden? – und das oft sogar noch, wenn bereits mehrere Generationen in diesem Land aufgewachsen sind. Wir sind doch alle zunächst einmal MENSCHEN und jeder von uns hat seinen ganz persönlichen Hintergrund und sollte selbst darüber entscheiden können, ob und was von seinem Hintergrund er oder sie für besonders erwähnenswert hält.

Denjenigen, die von „Remigration“ sprechen, müssen wir klipp und klar entgegentreten: Diese Begrifflichkeit ist nichts anderes als ein Schleier für rassistische Ansichten. Wir möchten nicht noch mal erleben was in Mölln, Rostock, Solingen, Hanau usw. geschehen ist. Das waren grausamer Morde!

Die Menschen, die hier leben verdienen Respekt und Anerkennung. Die Vielfalt, die sie mitbringen, ist keine Bedrohung, sondern eine Bereicherung.

Lassen Sie uns heute gemeinsam gegen Rassismus angehen und zeigen, dass wir für eine offene, inklusive und diverse Gesellschaft stehen. Wir sind alle Teil dieser Gemeinschaft, unabhängig von unserer Herkunft. Unsere Vielfalt ist unsere Stärke, und gemeinsam können wir gegen jede Form von Ausgrenzung und Vorurteilen kämpfen.

Durch „Wegsehen“ oder „Weghören“ gefährden wir die Demokratie. Umso wichtiger, dass wir miteinander reden – offen und ehrlich – und deutlich Position beziehen, wenn uns im Alltag Rassismus begegnet.

Vielen Dank, dass Sie heute hier sind, um gemeinsam für eine bessere Zukunft einzustehen. Wir sind ein Bündnis für Toleranz, Menschlichkeit und Demokratie und wir werden nicht schweigen, solange unsere Werte in Gefahr sind.

Vielen Dank.

Veröffentlicht unter Startseite | Kommentare deaktiviert für „5 vor 12 – Zeit für Demokratie“ am 16.03.2023