Jahresabschluss mit Ausblick!

CIMG2738 (640x514)Der Sprecherkreis des BgR hat bei seinem letzten Treffen eine deutliche Position zur Bewegung „PEGIDA“ eingenommen. Das Bündnis begrüßt daher einen Kommentar von J. Zinsen, der vor einigen Tagen in den Dürener Nachrichten zu lesen war. Wir möchten, mit der freundlichen Genehmigung von Herrn Zinsen, diesen Kommentar an dieser Stelle noch einmal veröffentlichen. (siehe unten)

Auch wird sich das Bündnis im kommenden Jahr intensiv mit der AfD im Allgemeinen und konkret mit den Mitgliedern der AfD im Stadtrat beschäftigen.

In der Rückschau neigt sich wieder ein ereignisreiches Jahr dem Ende zu, das CIMG3089 (640x480)von der erfolgreichen Veranstaltung des „Engel der Kulturen“ geprägt war. Mit Dürens neuem „Denk-Mal“ vor dem Haus der Stadt fand die Idee einer sozialen, politischen und religiösen Bewegung – die vom Dürener Bündnis aufgegriffen und in zweijähriger Arbeit durchgeführt wurde – ihren Höhepunkt und Abschluss.

Die Redaktion des „Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt“ wünscht allen ein

frohes Weihnachtsfest und ein friedlicheres Jahr 2015.

 

Hier der Kommentar von J. Zinsen
„Kein Verständnis
Mit „Pegida“-Anhängern zu diskutieren? Eine Polemik
Machen wir ein Experi­ment. Ersetzen wir in den Äußerungen von „Pegida“-Anhängern und Kon­sorten einfach die Worte „Mus­lime“ und „Moschee“ durch die Begriffe ‚Juden“ und „Syna­goge“. Würde dann irgendje­mand versuchen, Verständnis für solche Parolen aufzubringen? Würde irgendjemand dafür plä­dieren, die Sprüche als einen Hil­feruf sozial benachteiligter Schichten ernst zu nehmen? Würde irgendjemand auf die Idee kommen, sich mit dem anti­semitischen Pöbel an einen Tisch zu setzen und über seine krude Gedankenwelt diskutieren zu wollen? Wohl kaum. Ebenso konsequent sollten wir die „Pegi­da“-Sympathisanten ächten, die heute Muslime pauschal zu neuen Sündenböcken erklären.
Was nicht zu entschuldigen ist
Nein, ich habe kein Verständ­nis für Menschen, die hasserfüllt nach unten treten. Viele De­monstranten in Dresden und an­derswo gehören sicherlich zu den Benachteiligten. Sie sind arbeits­los oder werden mit Billiglöhnen abgespeist. Ihr Arger darüber ist verständlich. Andere stammen aus der Mitte der Gesellschaft. Sie fürchten, angesichts einer im­mer raueren und von knallharter Konkurrenz dominierten Ar­beits- und Geschäftswelt sozial nach unten zu rutschen. Auch diese Abstiegsängste sind nach­vollziehbar. Aber beides ist keine Entschuldigung dafür, Minder­heiten als Blitzableiter zu miss­brauchen und Frustration an Schwächeren abzureagieren.
Ich habe kein Verständnis für manche Menschen in den neuen Ländern, die jahrelang von Transferleistungen profitiert ha­ben, die auch von in Deutsch­land lebenden Ausländern er­wirtschaftet wurden. Ausgerech­net sie gönnen jetzt Flüchtlingen nicht einmal ein Dach über dem Kopf. Wer so wenig Einfühlungs­vermögen anderen gegenüber aufbringt, hat es nicht verdient, dass ihm selbst Empathie entge­gengebracht wird.
Spiel mit dem Feuer
Ich habe kein Verständnis für Menschen, die Rattenfängern hinterherrennen, aber bei jeder Gelegenheit anderen und viel­leicht sich selbst vorlügen, mit Rechtsextremisten nichts zu tun haben zu wollen. Auch Mitläufer stehen in der Pflicht, sich darü­ber zu informieren, vor wessen Karren sie gerade gespannt und von wem sie instrumentalisiert werden. Ihnen sei gesagt: Der Verfassungsschutzbericht 2013 für das Bundesland Sachsen weist 1635 Straftaten mit rechtsextre­mistischem, aber nur drei (!) mit ausländerextremistischem Hin­tergrund auf. Wer sich ange­sichts solcher Zahlen trotzdem mit dem rechten Pack gemein macht, von einer Islamisierung Deutschlands schwadroniert und glaubt, durch das Schüren billiger, menschenverachtender Ressentiments das christliche Abendland retten zu müssen, mit dem bin ich nicht mehr bereit, sachlich zu diskutieren.
Ich habe aber auch kein Ver­ständnis für manche Parteipoliti­ker, die verantwortungslos mit latenten Überfremdungsängsten in der Bevölkerung spielen. Meis­ter dieses Fachs sind die CSU und Teile der CDU. Wer wie der Bie­dermann Horst Seehofer laut­stark behauptet, man müsse „bis zur letzten Patrone“ eine Zuwan­derung in deutsche Sozialsys­teme verhindern, wer permanent und wider besseres Wissen von einem massenhaften Missbrauch dieser Leistungen durch Auslän­der faselt, wer auf einem Partei­tag ausführlich über ein Burka­Verbot diskutiert, obwohl es in Deutschland kaum Burka-Träge­rinnen gibt und das Land wahr­lich andere, drängendere Pro­bleme hat, der wird schnell zum Brandstifter.
Gefährliche Schlagzeilen
Ich habe übrigens auch kein Verständnis für die SPD, die es immer noch nicht geschafft hat, eine Gestalt wie Thilo Sarrazin aus der Partei zu werfen. Er ist ei­ner der geistigen Väter von „Pe­gida“, darf sich aber immer noch Sozialdemokrat nennen. Auch das ist eine Schande.
Schließlich habe ich kein Ver­ständnis für manche Medien. Wer sich fragt, wo die in der deutschen Bevölkerung weit ver­breitete Islamophobie herrührt, der braucht sich nur manche Ti­telseiten selbst liberaler Blätter wie „Stern“ oder „Spiegel“ anzu­schauen. Völlig undifferenziert heißt es dort: „Mekka Deutsch­land – die stille Islamisierung“ oder „Gefährlich fremd – Das Scheitern der multikulturellen Gesellschaft“. Solche Schlagzei­len garantieren zwar Aufmerk­samkeit. Doch gleichzeitig berei­ten sie den geistigen Nährboden für rechten Populismus und ge­fährden ein Erfolgsrezept Deutschlands – unsere Internati­onalität.“
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Mit Kunst ein Zeichen setzen für Multi Kulti

„Mit Kunst ein Zeichen setzen für Multi Kulti“, das ist der Titel eines Filmes, der als Fortsetzung des Beitrages vom vergangenen Jahr „Wie ein Engel eine Karawane führt“ ab sofort anzuschauen ist.

Roswitha K. Wirtz, Filmemacherin aus Düren, hat mit ihrem Team wieder einen sehr schönen und lebhaften Bericht über die Aufstellung des neuen Denkmals in Düren erstellt.

Hier der Link auf die Filmportalseite von NRWISION. Viel Spaß beim anschauen.

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Volkstrauertag in Hürtgen – Einmal anders!

Die Antifa lädt ein:
Am Sonntag den 16.11.2014 Treffpunkt  um 8.00 Uhr am Bahnhof in Düren. Von hier fahren wir  mit einem Bus gemeinsam nach Hürtgen,  Um 9.30 Uhr beginnen wir unsern Protest mit einem Redebeitrag auf dem Parkplatz vor den Kriegsgräbern. Die Kundgebung wird bei Ankunft der Teilnehmer der zentralen Gedenkfeier in stillen Protest, mit Plakaten Transparenten, Fahnen und Flugblattverteilen übergehen. Wenn die letzten der Gedenkfeier den Friedhof betreten haben werden wir , wer will, mit auf den Friedhof gehen und unseren stillen Protest auf dem Friedhof in Nähe der Offiziellen weiterführen.
Wenn die zentrale Veranstaltung beendet ist, gegen 11.00 Uhr, werden wir gemeinsam nach Arnoldsweiler fahren, Ankunft ca 12.00 Uhr und dort an dem Platz wo sich das Kriegsgefangenenlager befand, mit einem Kranz/Blumenstrauß und einem kurzen Redebeitrag, an die Opfer des Faschismus erinnern und ihrer gedenken (ca bis 12.30 Uhr). Dann werden wir gemeinsam zurück zum Bahnhof Düren fahren.
Kommt am Sonntag zahlreich und bitte bringt viele Plakate und Transparente mit, mit denen wir stumm den Anderen zeigen was wir von Ihnen und ihrem „Gedenken“ halten. Kreative Aktionen im vorgegebenem Rahmen sind ausdrücklich erwünscht.
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ERINNERN UND MAHNEN AM 9. NOVEMBER

Von unseren Bündnispartnern erhielten wir weitere Termine von Gedenk- und Mahnstunden in der Region, die alle am Sonntag, 9. November stattfinden.

Aachen: 11.00 – 12.00 Uhr, Synagogenplatz.
Thema: Der Opfer gedenken, die Zukunft gestalten frei von Antisemitismus, Rassismus, Faschismus und Krieg.

Alsdorf: ab 13.00 Uhr, in Hoengen,  Kirchstraße 92,
Stolpersteinverlegung und Gedenken

Herzogenrath: 16.30 Uhr, Soziokulturelles Zentrum „Klösterchen“, Dahlemer Straße 28,
Beginn der Mahn- und Gedenkveranstaltung.
Anschließend gegen 18.45 Uhr Schweigemarsch zum Mahnmal für die Opfer des Holocausts auf dem Rathausplatz.

Stolberg: 14.00 Uhr, an der Gedenktafel, Steinweg 78.
Thema: Fluchtwege 1938 und heute.

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Mahnwachen am 9. November in Düren

Zum 26. Mal werden auch in diesem Jahr wieder am

9. November um 19.00 Uhr

an den zehn Stelen im Dürener Stadtgebiet Mahnstunden stattfinden. Die zehn Granitsäulen von Ulrich Rückriem wurden an Stellen errichtet, an denen im 3. Reich Verbrechen geschah. Jährlich werden am Gedenktag der Reichspogromnacht von Vertreter/innen aus Schulen, Kirchengemeinden, Parteien und von Einzelpersonen kleine „Denk-Stunden“ gestaltet. Sie wollen einerseits an die Gräuel der Nazizeit erinnern, andererseits aber auch den Blick auf vielerlei Unrecht lenken, das heute neben uns, in unserer Stadt, in unserem Land und weltweit von Menschen anderen Menschen zugefügt wird. Die Stelen stehen am:

Amtsgericht:
Erinnert an die Verfehlungen der Justiz im Dritten Reich.

Stele Oberstraße

Stele Oberstraße

Arnoldsweiler:
Erinnert an die Gräuel, die Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter erlitten haben.

Birkesdorf:
Erinnert an die Verfolgung von Kommunisten, Sozialdemokraten und Oppositionelle.

Gürzenich:
Erinnert an die ehemalige jüdische Gemeinde und Zerstörung der Synagoge.

Landesklinik:
Erinnert an die Euthanasie in Heil- und Pflegeanstalten.

Lendersdorf:
Erinnert an das Sammellager zur Deportation der Juden.

Mariaweiler:
Erinnert an Anne Frank.

Oberstraße:
Erinnert an das Sammellager zur Deportation der Juden.

Schützenstraße:
Erinnert an die Reichspogromnacht und Zerstörung der Synagoge.

Wernersstraße:
Erinnert an den Terror gegen Sozialdemokraten und Gewerkschaftler

Zur Teilnahme an dieser Gedenkstunde sind alle Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen.

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Gedenken zur Reichspogromnacht in Aldenhoven

Auch in Aldenhoven ist es schon seit Jahren zu einer guten Tradition geworden, der im 3. Reich ermordeten jüdischen Mitbürger am Tag der Reichspogromnacht zu gedenken.

Die Evangelische Kirchengemeinde Aldenhoven lädt am

Montag, 10. November um 18.00 Uhr

in die Krypta der katholischen Kirche zu einer Gedenkstunde ein. Von dort aus geht es anschließend mit einem Lichterzug in den Römerpark, zur Stele, die an die in der Shoa umgekommenen Mitbürger jüdischen Glaubens erinnert. Den Ausklang findet die Veranstaltung im Ludwig-Gall-Haus. Die Gedenkfeier wird mitgestaltet von den Konfirmanden, der Geschichtswerkstatt, dem Bündnis gegen Rechts sowie der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde.

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Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“

Bericht von der Ausstellungseröffnung im Dürener Kreishaus

Die Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“, die die VVN-BdA gemeinsam mit der IG Metall, ver.di, der GEW und der Stiftung Auschwitz Komitee neu herausgegeben hat, wurde am 28. Oktober im Kreishaus der Stadt Düren eröffnet. Auf einundzwanzig modern gestalteten Tafeln werden die verschiedenen Facetten des Neofaschismus beleuchtet und unzählige Anregungen zu Gesprächen und Aktionen vermittelt. Weiterführende Informationen können über Hörstationen abgerufen werden, die mit QR-Codes adressiert sind.

Unterstützer der Dürener Ausstellung sind antifaschistisch engagierte Organisationen von der Antifa Düren über das Dürener „Bündnis gegen Rechts BgR“ bis hin zur DKP. Aber auch der Kreis Düren mit dem Landrat Spelthan (CDU) als Schirmherr stand mit der Überlassung des Lichthofes als hervorragenden Ausstellungsraum und finanziellen Beiträgen nicht abseits. Spelthan betonte in seiner Rede zur Eröffnung der Ausstellung seine Bereitschaft, im Kampf gegen Faschismus keine Scheu vor Zusammenarbeit mit anderen antifaschistischen Kräften zu haben. Er freute sich, in dieser Frage mit Heiner Krüger, Antifa Düren, gemeinsam Aktion machen zu können.

Die Hauptrede hielt Emmanuel Ndahayo vom Sprecherkreis des BgR. Er konfrontierte die Anwesenden mit Überlegungen zu Rassismus und Faschismus. Nach fundierten theoretischen Ausführungen fasste Ndahayo seine Erkenntnisse, untermauert von seinen persönlichen Erfahrungen, zusammen: „Es ist rassistisch, wenn man denkt, dass bestimmte Positionen für Bestimmte Menschen reserviert sind. Es ist faschistisch, wenn alle Staatsbürgerinnen und Staatsbürger nicht gleich behandelt sind. Es ist rassistisch, zu vermuten, dass Menschen kriminell sind, weil sie so oder so aussehen. Mein Problem ist nicht, dass ich als Schwarzer auf der Straße beschimpft werden kann, oder geschlagen sei kann. Das Problem ist, wenn ich geschlagen bin und die Polizei nicht interveniert; oder wenn sie interveniert, kommt sie mit dem Vorurteil, dass der Opfer der Täter ist.

Für den Landesvorstand der VVN-BdA verwies sein Mitglied Udo Beitzel, Aachen/Stolberg, auf das vorherige Wochenende: Die von der Polizei falsch eingeschätzte Demonstration von Hooligans und Nazis, an der auch rund 60 Menschen aus der Aachener Region teilgenommen hatten, unterstreicht die Notwendigkeit, gegen Neofaschismus wachsam und engagiert zu bleiben.

Abgerundet wurde die Veranstaltung mit musikalischen Beiträgen von Ozan Safak, einem anatolischen Volkssänger. Er trug größtenteils eigene Lieder vor, mit eigenen Texten oder Texten von Nazim Hikmet.

Die Ausstellung ist noch zu sehen bis zum 11. November. Am 5. November können sich Schulklassen o.a. Interessierte und Gruppen für eine kompetente Begleitung durch Iris Bernert-Leushacke (Historikerin, VVN/BdA-Landesvorsitzende NRW)  mit Diskussionsmöglichkeit anmelden.

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Gedenkfeier in der Vettweißer Pfarrkirche am 9. November

Am 27.10.2014 wurden erstmals in der Gemeinde Vettweiß vier „Stolpersteine“ durch den Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt. Die Initiative ging von sechs Vettweißer Jugendlichen aus, die sich mit dem Schicksal der ehemaligen jüdischen Mitbürgern auseinandergesetzt haben.

Die kleinen Messingplatten erinnern in der Gereonstr. 13 in Vettweiß an die Geschwister Josef, Gudula, Jeanette und Rosalie Berlin. Josef Berlin wurde gedemütigt und entrechtet und verstarb in einem jüdischen Krankenhaus in Köln. Die Schwestern wurden 1943 nach Theresienstadt deportiert und ermordet.

Anlässlich der Stolpersteinverlegung  wird am Sonntag,  9. November, 15:00 Uhr, in der Pfarrkirche St. Gereon, Vettweiß, an die jüdischen Mitbürger/-innen, die in der Gemeinde Vettweiß gelebt haben und der Nazi-Diktatur zum Opfer gefallen sind erinnert.

Quelle: Dürener Nachrichten vom 28.10.2014
Vettweiss (377x640)

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Abschlusserklärung der 6. Regionalkonferenz „Aktiv gegen Rechts“

Quelle: Homepage der antifadueren.blogsport

Abschlusserklärung der 6. Regionalkonferenz Aktiv gegen Rechts
am 25.10.2014 in Würselen

Zum sechsten Mal trafen sich Vertreterinnen und Vertreter lokaler Initiativen gegen Rechts in unserer Gesellschaft. In diesem Jahr standen besonders die Ergebnisse der Europawahlen und die Flüchtlingsabwehr europäischer Staaten im Zentrum der Diskussionen. Moderator Ralf Woelk (Geschäftsführer des DGB-NRW Süd-West) begrüßte die rund 100 Anwesenden und hob hervor, dass es eine gute Tradition der bislang sechs Konferenzen Aktiv gegen Rechts in den verschiedenen Städten ist, dass Basis-Aktivist_innen und Mandatsträger_innen aus Gemeinden um ein gemeinsames Auftreten gegen Rassismus und Neonazismus gerungen haben und es viele positive Beispiele für Zusammenarbeit auf der lokalen Ebene gibt.

Der Hauptvortrag des Vormittags wurde gestaltet von Alexander Häusler vom Forschungsschwerpunkt Rechtsradikalismus/Neonazismus (FORENA) an der FH Düsseldorf. In der Mittagspause präsentierten Schülerinnen und Schüler des Würselener Gymnasiums ihre Beiträge zum Projekt Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Außerdem konnten sich die Teilnehmer_innen an Infoständen über die Arbeit und Projekte der beteiligten Basisgruppen informierten. Im Nachmittag wurde in fünf Arbeitsgruppen informiert und diskutiert über die Situation von Flüchtlingen, die Erinnerungsarbeit anderer europäischer Länder, über die Stellung des Islams in Europa und über die Militarisierung der Außenpolitik. Für Schüler_innen wurde eine Arbeitsgruppe mit dem Zeitzeugen Helmut Clahsen durchgeführt.

Der Stand der Dinge:

Das Fazit des vergangenen Jahres ist niederschmetternd: Die Parteien der äußersten Rechten haben erschreckende Wahlergebnisse erreicht. Rassismus und Nationalismus in Europa konnten nicht zurückgedrängt werden. Auch in Deutschland konnte mit der AFD eine chauvinistische und nach rechts offene Partei Parlamentssitze erringen. Leidtragende sind vor allem Flüchtlinge, deren Behandlung nicht zuletzt in Deutschland der Menschenwürde widerspricht.

Zusätzlich hat die „freie“ Welt Brandfackeln in die öl-und rohstoffbesitzenden Länder geworfen. Staaten sind im Chaos versunken. Unter dem Vorwand, Diktatoren zu bekämpfen, bewaffnete sie Regimegegner. Dabei stachelte sie Kräfte an, die sie nun bekämpfen. Immer mehr wird Krieg zur Lösung von Problemen und nachher stellt sich heraus, dass die Probleme größer geworden sind, darüber aber hunderttausende Tote zu beklagen sind. Die Bundesrepublik ist daran durch Waffenlieferungen und Destabilisierung von Regierungen beteiligt. So werden Fluchtgründe geschaffen und die Flüchtlinge, die nicht vor den Außengrenzen der EU ertrinken, werden in der EU illegalisiert und verfolgt.

Die Konferenz hat in jedem Jahr in ihrer Schlusserklärung die Untätigkeit und Unfähigkeit von Behörden im Kampf gegen Rechts kritisiert. In den NSU-Untersuchungsausschüssen sind haarsträubende Dinge ans Licht gekommen und nicht aufgeklärt worden. Das Spitzelunwesen der Geheimdienste ist zur Gelddruckmaschine für kriminelle Nazi-Banden geworden. Es hat sich herausgestellt, dass die Mordserie der NSU nur möglich war, weil Behörden und Teile der Gesellschaft die Augen vor dem Problem des rechten Terrors verschlossen haben. Bis heute ist das Bombenattentat auf das Oktoberfest nicht aufgeklärt. Bis heute ist die Öffentlichkeit nicht darüber informiert, wie viele von der Polizei gesuchte Neonazis untergetauchte Zeitbomben sind.

Die Nachfolger der verbotenen Nazi-Kameradschaften genießen unter dem Firmenschild Die Rechte Parteienprivilegien. Die Provokationen dieser Neonazis sind unappetitlich und kriminell. Sie gehören verboten wie die FAP der 90er Jahre, von der es auch jahrelang hieß, sie könne als Partei nicht verboten werden. Und so, wie in Deutschland die Augen vor dem Neonazismus verschlossen wurden, so erkennen viele die Nazis auch nicht, wenn sie in der Ukraine als Teil der neuen Machthaber auftauchen.

In der Region gibt es gute Beispiele für lokales Engagement gegen Rechts. Oftmals reicht es jedoch nicht, „nur“ gute Gesinnung zu zeigen. Wenn es ernst wird, wenn persönliches Handeln gefragt ist, dürfen die Aktiven nicht weniger werden, denn wir brauchen vielfältigen, aktiven Widerstand. Es ist immer noch so, dass Naziaufmärsche von Behörden und Institutionen verheimlicht werden, „damit es keinen Ärger gibt“. Die, die sich den Nazis dann entgegenstellen, dürfen nicht als gewaltbereite Ruhestörer_innen denunziert werden. Das alles ist aber kein Problem des rechten Randes, es ist ein Problem der Gesamtgesellschaft und solange Ruhe die erste Bürgerpflicht ist, wird sich daran wenig ändern. Es ist nötig, sich über Rassismus, Antisemitismus, Militarismus und Neonazismus aufzuregen und sich vielfältig dagegen zu engagieren.

Was tun?

Auch wir haben keine Patentrezepte, aber wir arbeiten daran, Lösungen zu finden, die viele mittragen können. Der Zusammenhalt der vergangenen sechs Regionalkonferenzen ist gewachsen und eine gute Basis für die Zukunft. Wir schlagen daher vor, die Regionalkonferenz 2015 unter dem Titel Weiter so? durchzuführen und uns dort intensiv mit Arbeitsweisen, Organisation von Bündnisarbeit und Vernetzung auseinanderzusetzen. Hier sollen die Fragen, die wir „unterwegs“ in der gemeinsamen Arbeit gegen Rechts nur unzureichend klären konnten, behandelt werden.

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Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“

Aktuelle Ausstellung ist eröffnet     tafel_01                            seit  28.10.2014   und geht bis 11.11.2014,                           Kreishaus Düren

Kompetente Begleitung zur Beantwortung von Fragen und Diskussionsmöglichkeit für Schulklassen und andere Interessierte:                     05.11.2014  von 10.00 Uhr bis 15.00 Uhr

Redebeiträge zur Eröffnung:

Schirmherr Landrat Wolfgang Spelthan, Udo Beitzel, Landesvorstand der  VVN-BdA, Emmanuel Ndahayo, Sprecherkreis des BgR                                                      Musikalische Begleitung:  Ozan Safak, anatolischer Volkssänger

Was will diese Ausstellung?                                                                                                                                    In Deutschland werden Menschen beschimpft, geschlagen oder ermordet, weil sie aufgrund ihrer Herkunft, ihres Aussehens oder ihrer Lebensweise nicht in das Bild passen, das Nazis vom »Deutschen« haben.

Über 180 Todesopfer hat die neofaschistische und rassistische Gewalt seit 1990 bereits gefordert, möglicherweise ein Mehrfaches davon – weil Hinweise auf neofaschistische Tatmotive nicht verfolgt wurden.

Die Ausstellung will dazu beitragen, dass Neofaschismus nicht auf Dauer zum Alltag gehört. Sie informiert über dessen Ideologie und Praxis und benennt Ursachen für die Ausbreitung rassistischen, nationalistischen und militaristischen Denkens und Handelns.

Die Begriffe „Rechtsextremismus“, Rechtsradikalismus“ usw unterstellen, dass es sich um eine politische Randerscheinung unter vielen handelt. Der konkrete Hintergrund wird vernachlässigt. Wir verwenden stattdessen die international üblichen Begriffe „Faschismus“ und „Neofaschismus“.

Wir wollen damit deutlich machen, dass sich diese politische Bewegung in ihrem Wesen nicht von ihren historischen Vorbildern seit Ende des Ersten Weltkrieges unterscheidet.

Unterstützer der Ausstellung sind: Antifa Düren, Die Linke“ (Stadt und Kreis Düren), die „Werkstatt für Aktionen und Alternativen“ (WAA) Düren, die „Vereinigung der Verfolgten des Naziregiemes- Bund der Antifaschisten“ (VVN-BdA), „Bündnis 90-Die Grünen“ (Stadt und Kreis Düren), Dürener „Bündnis gegen Rechts“ (BgR), „Deutsche Kommunistische Partei“ (DKP) Düren

http://neofa-ausstellung.vvn-bda.de/

s. auch: https://www.duerener-buendnis.de/2014/ausstellung-neofaschismus-in-deutschland-2/

 

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