Kennzeichen von Rechtsextremen

In diesem Artikel gibt es einige aktuelle Informationen zu rechtsextremen Szene in Deutschland, speziell zum Aufbau, der sich inzwischen sehr stark von vielen klassischen Elementen entfernt, was vielen die Identifizierung erschwert.

So ist immer häufiger zu bermerken, dass Rechtsextremisten nicht mehr in ihrer klassischen Kluft auftreten, sondern Stil-Elemente verschiedenster Richtungen aufgreifen und damit teilweisenur schwer zu erkennen sind. Das Innenministerium NRW hat hierzu eine Broschüre herausgegeben, die hier als PDF zum Download angeboten wird. Die Broschüre erklärt, welche Kennzeichen, „Marken“ oder Muster im Allgemeinen bekannt sein sollten. Dazu aus dem Vorwort der Broschüre:

In Teil A wird in die „Lebenswelt Rechtsextremismus“ eingeführt. Dies umfasst rechtsextremistische Akteure (wie Parteien) ebenso Musik – Mode – Markenzeichen wie die wichtigsten Jugendkulturen, in denen Rechtsextremisten – teilweise als Einzelperson – agieren. Dazu kommen wichtige Bereiche wie das Internet oder Zeitschriften.
Der Teil B befasst sich mit Musik, Mode und Markenzeichen der rechtsextremistischen Szene. Dies schließt die verschiedenen Musikstile ebenso ein wie szeneeigene Zeichen, Symbole und Bekleidung.
Thema des Teils C sind die wichtigsten Rechtsvorschriften. Welche Symbole sind verboten? Was bedeutet Volksverhetzung? Anhand von Fallbeispielen wird hier leicht verständlich in die Materie eingeführt.
Teil D bietet eine Liste von staatlichen und nichtstaatlichen Ansprechpartnern und Kontakten.
Abgerundet wird die Veröffentlichung durch Teil E mit der Rubrik „Häufig gestellte Fragen“, in der in kurzer Form auf ständig wiederkehrende Problemlagen eingegangen wird.

Die vorliegende Broschüre soll helfen, Unsicherheiten abzubauen, um die Entwicklung der eigenen Kinder einschätzen zu können. Sie soll Eltern und Lehrern Erkenntnisse darüber verschaffen, auf welchem Weg sich die betreffenden Jugendlichen befinden. Und sie soll nicht zuletzt anregen, antidemokratische Einflüsse zu entlarven und die Bemühungen zu einer Demokratie und Menschenrechte bejahenden Erziehung zu unterstützen und zu stärken.

Den gleichen Inhalt versucht auch das Projekt http://www.dasversteckspiel.de/ zu vermitteln, eine Seite die hier ebenfalls empfohlen wird.

Sehr lesenswert in diesem Zusammenhang ist dabei eine Artikel-Serie im Online-Angebot der Sueddeutschen Zeitung. In 4 Teilen wird die „Subkultur der Neonazis“ vermittelt:

  • Teil 1: Abseits des Reichs: Europa rockt!
    Der Kampf gegen die Globalisierung und die USA verändert die Neonazi-Szene. Statt des „Großdeutschen Reiches“ wird zunehmend ein „Europa der Völker“ propagiert.
  • Teil 2: Rechtsrock und taube Ohren
    Bayern ist Deutschlands Konzertparadies für Neonazis. NPD und Freie Nationalisten nutzen das, um Nachwuchs zu rekrutieren. Verfolgt werden sie kaum. Fehlt der politische Wille oder die Szene-Kenntnis?
  • Teil 3: Wenn es in der Neonazi-Szene „haarig“ wird …
    Langhaarige, die den Hitlergruß zeigen und „Sieg Heil“ schreien? All das bietet die Black-Metal-Szene. Die christenfeindlichen Neonazis feierten kürzlich einen ihrer deutschlandweit größten Gigs. Mit dabei: ein gerade entlassener „Satansmörder“.
  • Teil 4: Schöner Leben mit Nazi-Läden?
    Neonazis machen Profit. Die Zahl rechtsextremer Versandhändler stieg in zwei Jahren um 50 Prozent. Und in ihren Läden knüpfen sie Kontakt zu Jugendlichen.
Veröffentlicht unter Literatur, News & Meldungen, Startseite | Kommentare deaktiviert für Kennzeichen von Rechtsextremen

Verfassungsschutzbericht NRW 2007

Der Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2007 liegt als Vorabversion in Form eines „Zwischenberichtes“ seit heute vor. Der Raum Düren wird hier zweimal kurz angeschnitten, dazu kurz die Auszüge, die nochmals die Methodik und Arbeitsweise verdeutlichen:

Darüber hinaus ist für die NPD die Lokalpolitik und das Bemühen um eine flächendeckende kommunale Verankerung ein wichtiger Baustein ihrer Strategie – getreu dem Motto: „Der Weg in die Parlamente führt über die Rathäuser“. Damit gelang bereits in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern der Einzug in die Landtage. Vor diesem Hintergrund treibt die NPD die Gründung neuer Kreis- und Ortsverbände auch in NRW voran. So fand Anfang diesen Jahres die Gründungsfeier des NPD-Kreisverbandes Düren statt; neue Kreis- bzw. Ortsverbände bestehen zudem in Krefeld/Kleve und Solingen. Damit dürfte die NPD in Nordrhein-Westfalen in 45 von 54 Kreisen über arbeitsfähige Strukturen verfügen.

Diese Mischung von Öffentlichkeitsarbeit, demonstrativen Aktionen und Verbesserung der Organisationsstruktur mit dem Ziel der erfolgreichen Teilnahme an Wahlen zeigt deutlich die Umsetzung der NPDMaxime des „Kampfes um die Köpfe, die Straße und die Parlamente.“

[…]

Entwicklungen, wie sie sich in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern darstellen, sind bislang in NRW nicht zu beobachten. Zwar gibt es auch hier eine relativ enge Zusammenarbeit mit Neonazis, sie bleibt aber zurzeit eher punktuell. So gibt es zwischen dem NPD-Kreisverband Düren und den Angehörigen der örtlichen Neonazi-Szene eine besonders enge Verzahnung. Der stellvertretende KV- Vorsitzende ist gleichzeitig der Führer der örtlichen Kameradschaft.

Den vollständigen Bericht können Sie sich hier kopieren.

Veröffentlicht unter Literatur, News & Meldungen | Kommentare deaktiviert für Verfassungsschutzbericht NRW 2007

Fremdenfeindlicher Angriff in Düren

Die Dürener Polizei berichtet von einem wohl fremdenfeindlichen Übergriff in der Dürener Innenstadt:

Mit ausländerfeindlichen Parolen begann am  Montagabend in der Innenstadt ein Streit zwischen zwei Männern,  dessen handfeste Auseinandersetzung schließlich durch die Polizei beendet werden musste.

Kurz vor 19.30 Uhr wurde die Polizei über eine Schlägerei auf der
Kölnstraße in Höhe der Post informiert. Selbst noch bei Eintreffen
der Beamten trat der polizeilich hinlänglich bekannte Beschuldigte,
ein 49-Jähriger aus Kreuzau, seinem Kontrahenten, einem 36 Jahre
alten Dürener, ungehemmt ins Gesicht, obwohl der Geschädigte bereits
auf dem Boden saß. Die Polizisten stoppten die wilde Prügelei, wurden
dafür aber von dem Kreuzauer selbst erheblich mit unflätigsten
Begriffen beschimpft und angegriffen. Ein Beamter wurde durch einen
Tritt leicht verletzt. Schließlich wurde der deutlich alkoholisierte
Aggressor, bei dem ein Alcotest später 1,58 Promille AAK anzeigte,
gefesselt und in Gewahrsam genommen. Dort verblieb er bis nach
Entnahme einer Blutprobe und erfolgter Ausnüchterung.

Wie unbeteiligte Zeugen mitteilten, hatte der 49-Jährige den in
Zentralasien geborenen Dürener ohne weiteren Anlass mit
rechtsextremen Äußerungen provoziert, beleidigt und attackiert, so
dass Geschädigte gezwungen war, sich zu wehren und später einen Arzt
aufzusuchen.

Die Polizei hat gegen den Beschuldigten ein Strafverfahren
eingeleitet.

Dazu die originale Pressemitteilung der Polizei Düren und ein Artikel bei den Aachener Nachrichten.

Veröffentlicht unter News & Meldungen | Kommentare deaktiviert für Fremdenfeindlicher Angriff in Düren

Naziaufmarsch & Widerstand in Düren

Massiver Widerstand gegen NPD-Demonstration in Düren / Rund 1400 Menschen beteiligen sich an antifaschistischer Demonstration / Mehrere hundert Menschen bei Kundgebungen des Bündnisses gegen Rechts / NPD-Route erfolgreich blockiert.

Einen ausführlichen Bericht, eine Dokumentation der Redebeiträge und einen Pressespiegel gibt es auf der Homepage der Antifa Düren: http://www.antifa-dueren.org

Veröffentlicht unter News & Meldungen, Protest & Aktion | Kommentare deaktiviert für Naziaufmarsch & Widerstand in Düren

Protest am 22.9.

Am 22.9.2007 war das Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus wie angekündigt in der gesamten Innenstadt vertreten. Das erklärte Ziel war, durch konzentrierte Aktionen dafür zu sorgen, dass ein angekündigter Umzug mit Rechtsextremen nicht durch die Dürener Innenstadt laufen kann. Das angepeilte Ziel wurde in vollem Umfang erreicht: Die Dürener Bürger wurden im Kern der City nicht durch Rechtsextreme belästigt.

Der angekündigte Umzug konnte zwar stattfinden, wurde aber aufgrund der Aktionen des Dürener Bündnis um die Innenstadt herum gelegt. Als Gegenaktion fand dabei von ca. 10h bis 11h ein Demonstrationszug statt, den die Antifa-Düren organisierte. Ursprünglich mit rund 700 Teilnehmern wuchs der Demo-Zug bis zum Ende laut Polizeiangaben auf ca. 1200 Teilnehmer an, die sich spontan dem Umzug anschlossen.

Zusätzlich zu dem Umzug organisierten weitere Bündnis-Mitglieder in der gesamten Innenstadt verschiedene Stände mit Aktionen und Informationen:

  • Kaiserplatz, vor dem Rathaus: Aktionen der Dürener Schulen und der SV: Dürener Schulen setzen ein Zeichen gegen Rechtextremismus und Fremdenfeindlichkeit!
  • Ahrweilerplatz, an der Annakirche: Katholische Kirche: Jugendliche aus den verschiedenen Jugendfreizeitheimen: Asphaltstock schießen, Tanzgruppen, Medienbus, Fußball und vieles mehr! amnesty international und pax christi mit Info- Ständen!
  • Wirteltorplatz: Grüne und Grüne Jugend: Malwettbewerb “ Bunt statt Braun“, Popcorn für alle!
  • Kuhgasse: CDU: Spielen Sie Tennis gegen Rechtsextremismus und Gewalt!
  • Kölnstrasse: SPD: Luftballon- Aktion „Rote Karte gegen Rechts“ und Musikgruppen spielen auf!
  • ebenfalls in der Kölnstraße: Gewerkschaften: „1000- Gesichter-gegen- Rechts“ eine Foto- Aktion!
  • Peter- Beier- Platz, direkt an der Christuskirche: Evangelische Kirche: verschiedene Musikgruppen: Trommeln, Posaunen, Stimmen: Alles was Odem hat: gegen Rechts!

Die Resonanz an den Bündnis-Ständen war nach ersten Rückmeldungen sehr groß. Die Bürger an den Ständen waren erfreut, dass sich Widerstand regt und man eine bunte Stadt vorgefunden hat: So gab es neben den zahlreichen Aktionen des Bündnis weiterhin den „Autofreien Tag“ mit verschiedenen Aktionen und Ständen (weswegen die Innenstadt teilweise für Autos gesperrt war) und es fand der Wochenmarkt statt. Die gesamte Innenstadt bot somit für die Vielzahl von Menschen ein buntes Treiben und ein abwechslungsreiches, friedliches Einkaufserlebnis, ohne Störungen von Rechtsextremen. Dieses große Interesse passt auch zu der Entwicklung der Zugriffe auf die Bündnis-Webseite, die sich in den letzten Tagen verfielfacht haben.

Besonders gefragt waren von den Bürgern Anstecker und Aufkleber gegen Rechtsextremismus: Bereits gegen 12h vermeldeten die Stände des Bündnisses, dass die mehreren hundert Buttons restlos verteilt wurden. Insgesamt setzten somit die Dürener Bürger, nicht zuletzt durch das vielzählge Tragen der Buttons gegen Rechtsextremismus die überall in der City ins Auge fielen, ein starkes Zeichen für Toleranz und Demokratie.

Kommentare der Presse zum 22.9.

Spezial: BILD-Berichterstattung
Der ein oder andere hat vielleicht in der BILD einen Artikel zum 22.9. gelesen und sich gewundert, dass dort derart abweichende Angaben zu finden sind. Das Bildblog hat dies netterweise aufgegriffen, auch Hr. Klarmann berichtet.

Weiterführende Links:

Einige erste Fotos vom 22.9.:

[mygal=-protest-am-22-9-2007]

Veröffentlicht unter News & Meldungen, Protest & Aktion | 4 Kommentare

NPD will Schulhöfe mit Hetzschriften überfluten

Der Spiegel warnt heute in seiner Online-Ausgabe davor, dass die NPD eine „Flutung“ von Schulhöfen bundesweit plant. Auch wenn bereits Aktionen schwerpunktmäßig in Sachsen angelaufen sind, sollen weitere Bundesländer in der Vorbereitung sein. Der Spiegel warnt ausdrücklich vor dem Material, dass optisch auf junge Konsumenten ausgelegt sein soll:

Auf den ersten Blick sieht sie aus wie ein Rätselblättchen für Kinder. Ein buntes Werbe-Heftchen, das viele Firmen vor zehn, fünfzehn Jahren gern an die Kinder ihrer Kunden verteilt haben. Auf den zweiten Blick erkennt man schnell, was „Perplex – Jugendzeitung für Sachsen“ tatsächlich enthält: braune Propaganda.

Das Dürener Bündnis hat für den Bereich „Jugend und Schule“ einen eigenen Arbeitskreis eingerichtet, der sich speziell hier mit Aktionen und Aufklärung einsetzt.

Veröffentlicht unter Literatur, News & Meldungen | Kommentare deaktiviert für NPD will Schulhöfe mit Hetzschriften überfluten

Vortrag „Das braune Netz in der Region Düren/Aachen“

Am 19.9.2007 um 19.00 Uhr hat im Evangelischen Gemeindezentrum Langerwehe der angekündigte Vortrag von Hr. Klarmann zum Thema „Das braune Netz in der Region Düren/Aachen“ stattgefunden.

Mit großem Interesse folgten viele Bürger, nicht nur aus Langerwehe, der Einladung sich über die Strukturen der rechtsextremen Organisationen in unserer Region zu informieren. Laut Polizei sollen um die 100 Teilnehmer vor Ort gewesen, womit die Veranstaltung rein Zahlenmässig schon an den Erfolg unseres Infostandes kurze Zeit vorher in Langerwehe anknüpft.

Der zweistündige Vortrag stieg bei den aktuellen Aktionen der rechtsextremen Szene in unserer Region ein, vermittelte den Zusammenhang der verschiedenen Strukturen und stellte ausgewählte Personen vor. Besonders die verschiedenen, teils unbekannten, Symbole und die eigene Sprache der Szene wurden den Zuhörern erläutert. Mitunter für Erstaunen sorgte dabei die Tatsache, dass viele Bilder, insbesondere was das äussere Erscheinungsbild von Rechtsextremen angeht, überholt sind. Speziell das Thema „Rechtsexreme Musik / Rechtsrock“ wurde mit eindrucksvollen Beispielen behandelt.

Die Gemeinde Langerwehe wurde ebenfalls als eigener Punkt besprochen, speziell in der anschliessenden Fragerunde kamen viele Fragen zur Thematik in der Gemeinde von den Bürgern auf und wurden im Detail besprochen. Dabei wurde bekannt, dass der Rat der Gemeinde demnächst über den Beitritt zum Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus beraten wird.

Zu Herrn Klarmann
Michael Klarmann. Seit Mitte 2000 frei schaffender Journalist in Aachen. Artikel, Glossen, Kolumnen, Kurztexte in Print- und Onlinemedien. Redaktioneller Mitarbeiter bei Stadt- und Musikmagazinen, Fachzeitschriften und Tageszeitungen. Fotoarbeiten seit Ende 2001 mit Nikon Coolpix 995 und derzeit mit Canon EOS 300 D. Video-Dokumentationen (und selten Fotos) auch mit Panasonic NV-GS320. Zudem als Referent zur lokalen Neonazi-Szene tätig.

Weiterführende Links:

Veröffentlicht unter Langerwehe, News & Meldungen, Protest & Aktion | Kommentare deaktiviert für Vortrag „Das braune Netz in der Region Düren/Aachen“

Fotoaktion gegen Ausländerfeindlichkeit

Nach wie vor läuft die Große Foto-Aktion „Fußballmannschaften gegen RECHTS“. In dieser Aktion können sich Junioren- und Seniorenteams aus dem Bereich Mittelrhein fotografieren lassen und sich so gegen Fremdenfeindlichkeit und Ausländerhass stellen. Ein Mitarbeiter der Initiative kommt nach Terminabsprache mit der interessierten Mannschaft zu deren Spielen oder zum Training und erstellt ein Foto mit dem bekannten Transparent gegen Ausländerfeindlichkeit.

Dieses Foto wird dann auf der Internet-Seite der Initiative „FUSSBALLVEREINE GEGEN RECHTS (www.fussballvereine-gegen-rechts.de) und im Dürener Internetportal (http://www.1dn.de) veröffentlicht. Auch wird es an die lokale Presse weitergegeben.

Bisher haben Mannschaften aus folgenden Vereinen teilgenommen: SG Vossenack/Hürtgen (Jugend und Senioren), Alemannia Straß (1. Mannschaft), Viktoria Arnoldsweiler (1. Mannschaft und A-Junioren), FC Düren-Niederau (C-, B- und A-Junioren), SV Niederzier (1.Mannschaft), Borussia Jakobwüllesheim (Juniorinnen), SV Stolberg (Juniorinnen), Vereinigter Türkischer SV (A-Junioren), Alemannia Lendersdorf (D-Junioren), Schwarz-Weiß Düren (D-Junioren), Viktoria Schlich (2. Mannschaft), SV Huchem-Stammeln (2. Mannschaft), SV Pingsheim (A-Junioren), VfvuJ Winden (A-Junioren). Auch der Stützpunkt des FVM der Juniorinnen und das Sommercamp Juniorinnen in Nörvenich haben sich für diesen Zweck ablichten lassen.

Interessierte Mannschaften aus dem Junioren- oder Seniorenkreis melden sich bitte unter 02421-81439 oder unter der Mail-Adresse gegen.rechts@arcor.de zwecks Terminabsprache.

Veröffentlicht unter Protest & Aktion | Kommentare deaktiviert für Fotoaktion gegen Ausländerfeindlichkeit

Studien zum Rechtsextremismus

Sie finden hier vier mitunter sehr umfangreiche Studien, die sich mit dem Thema Rechtsextremismus auseinandersetzen. Es sind die zur Zeit wohl am häufigsten zitierten Studien, daher habe ich dazu einen Artikel geschrieben, um jedem Besucher der Seite selber einen Blick zu ermöglichen.

Die erste Datei, „Grenzen lokaler Demokratie“ beschäftigt sich mit der Frage, wie Rechtsextreme vor Ort in Gemeinden auftreten und wie man dem begegnen kann. Hierbei handelt es sich um eine Zusammenfassung der ursprünglichen Studie, die zu umfangreich war. Das jetzt vorliegende Papier kann sehr gut als Maßnahmenkatalog dienen. Dabei bietet diese Studie sehr interessante Einblicke, so unter anderem zur Bedeutung von Bürgermeistern:

Den Ansatzpunkt dieser These stützen in den beiden Fallstudien sowohl die Berichte über Aktivitäten vor der Beteiligung kommunaler Verwaltungsspitzen als auch die Berichte über solche Aktivitäten, seitdem die Bürgermeister sie demonstrativ unterstützen und sich sogar selbst an ihnen beteiligen. Fazit dieser Berichte war einhellig, dass ohne die Beteiligung des jeweiligen Bürgermeisters diese Aktivitäten kaum Unterstützung in den Gemeinwesen erfuhren. Erst durch die Beteiligung des Bürgermeisters haben die Initiativen überhaupt irgendeine Form von öffentlicher Anerkennung erfahren und Handlungsfähigkeit erlangt. Relevante Bevölkerungsteile unterstützten Aktionen gegen die Naziszene erst, nachdem sich die lokalen Autoritäten bereits entsprechend positioniert hatten.

Bei der zweiten Datei, „Vom Rand zur Mitte“ handelt es sich um ein sehr oft besprochenes und zitiertes Papier der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), dass sich mit der Verankerung rechtsextremen gedankenguts in der Bevölkerung auseinandersetzt. Der folgende Absatz aus diesem Papier macht die Brisanz deutlich: 

Rechtsextreme Einstellungen sind durch alle gesellschaftlichen Gruppen und in allen Bundesländern gleichermaßen hoch vertreten. Wir haben festgestellt, dass der Begriff „Rechtsextremismus“ irreführend ist, weil er das Problem als ein Randphänomen beschreibt. Rechtsextremismus ist aber ein politisches Problem in der Mitte der Gesellschaft.
Das kann nicht ausdrücklich genug betont werden. Der Begriff des Rechtsextremismus ist für die politische Analyse offensichtlich zu ungenau. Dies zeigt sich sehr deutlich in den Zustimmungswerten zu einzelnen Aussagen, bei denen teilweise über 40 % der Befragten zustimmen konnten. Aber auch auf den Skalen und bei einer Beschränkung auf geschlossene Weltbilder werden sehr hohe Werte erreicht.
In den Dimensionen des Rechtsextremismus zeigten Ausländerfeindlichkeit und Chauvinismus die höchsten Zustimmungswerte. Dies gilt sowohl für die Gesamtbevölkerung als auch bei der Betrachtung der relevanten Untergruppen. Es folgt der Antisemitismus als ein sehr bedeutsames Merkmal rechtsextremer Einstellung, das immerhin von fast jedem zehnten Deutschen geteilt wird. 

Die Abhandlung „Rechtsextremismus in Deutschland“ von der Konrad-Adenauer-Stiftung vermittelt einen Einblick in Begrifflichkeiten und Entwicklung der Rechtsextremen-Bewegung in Deutschland. Dabei ist leider festzuhalten, dass das Fazit der Abhandlung stark verharmlosend wirkt, da man dort aussagt, die Erfolge in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern sollten nicht überbewertet werden. Die etwas ältere Abhandlung vernachlässigt dabei die in Niedersachsen erstarkende Rechte sowie Bewegungen in Sachsen-Anhalt. Kritisch muss dabei betrachtet werden, ob man rechtsextreme Vertreter in gleich zwei (von 16) Landtagen ernsthaft noch als „nicht so schlimm“ betrachten darf. Dennoch bietet, abgesehen von dieser Kritik, das Papier einen guten Einstieg in das Thema.

Das Werk „Die NPD in den kommunalen Parlamenten Mecklenburg-Vorpommerns“ bietet eine Betrachtung der „Arbeit“ bzw. Präsenz der NPD in den kommunalen Vertretungen MVs. Dabei werden Hintergründe, vor allem Vor-Ort-Strukturen, aufgezeigt und in einer Analyse angeboten. Das sehr umfassende Werk bietet auch Inhalte zum allseits beliebten „Ignorieren“ der Rechtsextremen, speziell was die Arbeit in Parlamenten angeht, daraus:

Eine solche Umgangsweise kann sogar soweit betrieben werden, dass der Sitzungssaal verlassen wird, sobald ein NPDler das Wort ergreift. Die Strategie des Ignorierens hat sicherlich den Vorzug, dass sie einer relativ einfachen Grundregel folgt. Als best practice kann sie freilich nur sehr bedingt empfohlen werden. Punktuell eingesetzt kann das Verlassen des Raumes, nur weil ein NPDler das Mikrophon ergreift, zwar eine gewisse symbolische Wirkung erzeugen; ein ständiges Verlassen des Sitzungssaales verliert jedoch an symbolischer Überzeugungskraft und wirkt langfristig gesehen eher lächerlich. Zudem lässt ein solches Verhalten leicht den fatalen Eindruck entstehen, die NPD hätte es mit wehrlosen Demokraten zu tun.

Die Dateien zum Download:

Veröffentlicht unter Literatur | Kommentare deaktiviert für Studien zum Rechtsextremismus

Juristische Probleme mit Material

Im Strafgesetzbuch gibt es mehrere Paragraphen, die den Schutz vor rechtsetxremistischer Propaganda vor Augen haben. Die bekanntesten sind die §§86, 130 StGB: Verbreiten von Propagandamitteln (§86 StGB) und Volksverhetzung (§130 StGB).
Für den aktiven Demokraten kann sich dabei mitunter die Frage stellen, ob er sich selber strafbar macht, etwa wenn er Material mit rechtsextremem Hintergrund verbreitet – wohl aber zur (internen) demokratischen Information, etwa um auf eine bevorstehende Aktion hinzuweisen.

Besonders populär war hier die langwierige Geschichte zur Frage, ob auch durchgestrichene Hakenkreuze und andere Anti-Nazi-Symbole nicht verbreitet werden dürfen. Der BGH (AZ: 3 StR 486/06) hat dies inzwischen endgültig abgehandelt und klar geurteilt, dass Anti-Nazi-Symbole, die naturgemäß in irgendeiner Form ein Nazi-Symbol beinhalten, generell kein Problem darstellen:

Nunmehr hat er entschieden, dass der Gebrauch des Kennzeichens einer verfassungswidrigen Organisation auch dann nicht von § 86 a StGB erfasst wird, wenn bereits der Inhalt der Darstellung in offenkundiger und eindeutiger Weise die Gegnerschaft zu der Organisation und die Bekämpfung ihrer Ideologie zum Ausdruck bringt. Dies gilt selbst dann, wenn solche Artikel aus kommerziellen Interessen massenhaft vertrieben werden. Die Befürchtung des Landgerichts, rechtsextreme Personen könnten diese Lockerung des Verbots ausnutzen und ihrerseits derart abgeänderte Kennzeichen verwenden, hat der Senat nicht geteilt.

Dies ist sicherlich einleuchtend, doch wie sieht es aus, wenn man z.B. einen dieser bekannten Aufkleber entfernt und zu einem Arbeitskreis mitbringt? Oder einen rechtsextremen Flyer an Mitglieder eines Arbeitskreises versendet, ist dies nicht etwas anderes? Jedenfalls die §§86, 130 StGB sprechen wertungsfrei nur von einem „verbreiten“, die Absicht an sich spielt erstmal keine Rolle und es ist fraglich, inwieweit man in diesem Fall über den Vorsatz eine entsprechende Lösung finden könnte.

Der Gesetzgeber hat dies glücklicherweise schon bedacht und deswegen im §86 III StGB eine Ausnahmeregelung aufgenommen:

Absatz 1 gilt nicht, wenn das Propagandamittel oder die Handlung der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient.

Und eben diese Ausnahmeregelung findet sich auch im §130 V StGB, der auf den §86 III StGB verweist.

Fazit: Wer sich aktiv für die Demokratie einsetzt und über den Rechtsextremismus aufklären möchte, der kommt unweigerlich irgendwann mit entsprechenden Schriften in Berührung. Jedenfalls im internen Kreis wäre eine aktive Arbeit gegen sowie Aufklärung über den Rechtsextremismus auch gar nicht vorbereitend möglich, wenn man sich nicht gegenseitig Kenntis aktueller Geschehnisse vermitteln könnte. Der Gesetzgeber wusste dies und hat deswegen eben jene Ausnahmeregelung geschaffen, so dass aktive Demokraten auch wirkilch arbeiten können. Ohne Angst vor mißbräuchlichen Strafanzeigen.

Veröffentlicht unter Literatur | Kommentare deaktiviert für Juristische Probleme mit Material