IBS NEWSLETTER DEZEMBER 2012
Vortrag und Diskussion mit Dominik Clemens am 30.11.2012
Neonazismus und extreme Rechte im Kreis Düren
Aktuelle Hintergründe, Protagonisten, Aktionen, Erscheinungsformen
30. November 2012, 19.00 Uhr, KOMM, August-Klotz-Str. 21, 52349 Düren
Mehr unter:
https://www.duerener-buendnis.de/2012/neonazismus-und-extreme-rechte-im-kreis-duren/
VettCult „Erinnern und wach bleiben“ Mahnwache und Diskussionsveranstaltung
Vettweißer gedenken ihrer jüdischen Mitbürger
In vielen Städten und Gemeinden wird regelmäßig der Deportation von jüdischen Mitbürgern und der Reichspogromnacht gedacht.
In Vettweiß, Kelz, Lüxheim, Gladbach, Müddersheim und Sievernich gab es teils sehr aktives jüdisches Leben. Man war in das Dorfleben integriert, nahm an Dorffesten teil, lud sich gegenseitig zu Hochzeiten, Taufen und Jubiläen ein. Wie gute Nachbarn eben.
Heute ist vielen (jüngeren) Menschen nicht mehr bekannt, wo und wie Juden in der Gemeinde Vettweiß gelebt haben, wo sie wohnten, wo die Synagogen standen.
Die Vettweißer Synagoge wurde, wie viele andere auch, in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, der Reichspogromnacht, von Nazis zerstört. Über 20 Menschen wurden deportiert und in Konzentrationslagern ermordet.
Zum Gedenken an unsere jüdischen Mitbürger veranstaltet VettCult gemeinsam mit dem Jugendbeauftragten der Gemeinde am
27.11.2012 um 18:00 Uhr
eine Mahnwache am Ort der ehemaligen Synagoge
Gereonstr. 85, Vettweiß.
Im Anschluss daran ab 18:30 Uhr findet eine Diskussionveranstaltung zum Thema
„Erinnern und wach bleiben“ in der Bürgerbegegnungsstätte, Gereonsstr. statt.
Eingeladen sind Zeitzeugen aus Vettweiß und Vertreter der Geschichtswerkstatt Düren.
Für Rückfragen: Bernd Blümmert
– VettCult –
0 24 25 – 90 99 517
Nach § 6 VersG sind Mitglieder und Anhänger von rechtsextremen und rassistischen
Parteien und Organisationen ausgeschlossen.
Diskussionsabend zum „Flammenengel“
Antifa-Aktionstage noch am 16. und 18.11.
Der Flammenengel – ein zeitgemäßes Denkmal?
Freitag, 16. November 19.00 Uhr:
Diskussion im Papst-Johannes-Haus in Düren, an der Annakirche
“Offenes Gespräch” über die nationalsozialistische Vergangenheit des “Flammenengels”
Diskussion über Dürens Denkmal
Ist der seit einem halben Jahrhundert an die völlige Zerstörung Dürens am 16. November 1944 mahnende “Flammenengel” am Rathaus das Werk eines prominenten Nationalsozialisten? Und was wäre von dem in der Mitte Dürens platzierten Mahnmal zu halten, wenn der Bildhauer Adolf Wamper wirklich ein ähnlich überzeugter und entschiedener Nationalsozialist gewesen wäre wie der als “Hitlers Bildhauer” zu Berühmtheit und einem Millionenvermögen gelangte Arno Breker? Immerhin steht fest, dass Wamper, dessen später vom Volksmund “Flammenengel” genannte Skulptur, im Jahre 1960 von einem prominent besetzten Preisgericht einhellig aus vier Entwürfen namhafter deutscher Künstler ausgewählt und nach einstimmigen Beschluss der Stadtverordneten am 16. November 1962 eingeweiht wurde, Mitglied der NSDAP gewesen ist. Fest steht auch, dass er 1944 in einer von Hitler selbst mitangelegten Liste der “gottbegnadeten Künstler” des “Dritten Reiches” aufgeführt wird, und dass er nach dem Zweiten Weltkrieg an der renommierten “Folkwang Hochschule” Leiter der Bildhauerklasse und 1970 gar zum Professor ernannt wurde. Bei der diesjährigen Gedenkfeier soll eine Bronzetafel am Mahnmal enthüllt werden, die diese Fakten aufführt und darauf hinweist, dass der Luftangriff vom 16. November 1944 auch die fatale Folge der nationalsozialistischen Kriegspolitik gewesen ist. Am Abend lädt Bürgermeister Paul Larue dann um 19 Uhr im Papst-Johannes-Haus zu einem “Offenen Gespräch” über Wert und Unwert von Wampers Werk ein. Einleitend werden Stadt- und Kreisarchivar Helmut Krebs und Dr.Horst Wallraff die Umstände der einstimmigen Entscheidungsfindung von 1960/1962 erläutern. Daran anschließend wird die Historikerin Bettina Oesl in einem kurzen Referat ihre Erkenntnisse über Wampers Werdegang im “Dritten Reich” zusammenfassen, welche sie unlängst in Remagen, wo seit Jahren eine “Wamper-Kontroverse” schwelt, vorgetragen hat. Moderiert wird das “Offene Gespräch” von Susanne Rössler, Pfarrerin der Evangelischen Gemeinde zu Düren.20 Jahre Mahnstunden an den Rückriem-Stelen
„Erinnern – Wachbleiben“
Seit 20 Jahren treffen sich unter diesem Motto am 9. November – zeitgleich um 19.00 Uhr – an den zehn Stelen im Dürener Stadtgebiet Dürener Bürger(innen) zu Mahnstunden. Vor ca. 25 Jahren wurden diese Stelen, die der Künstler Ulrich Rückriem gestaltet hatte, errichtet, und zwar meist an Orten, an denen im Nazi-Regime Unrecht geschah.
Viele verschiedene Gruppen und Einzelpersonen sind an der Gestaltung beteiligt: Schulen, Kirchengemeinden, politische Parteien, u.a.
Hier die Orte, die Begründung für die Errichtung und die vorbereitenden Gruppen:
Schützenstraße (Synagoge): Jugendbüro der kath.Kirche
Oberstraße (Sammellager Gerstenmühle): Gymnasium am Wirteltor
Amtsgericht ( Unrechtsjustiz) : Angelaschule und Stiftisches Gymnasium
Wernersstraße (Schlageterheim): SPD-Bezirk Düren-Mitte, Realschule Wernersstraße,
Arnoldsweiler( Gefangenenlager): Bezirksausschuss
Birkesdorf (Altes Rathaus): SPD-Bezirk Nord, Ev. Gemeinde Birkesdorf
Lendersdorf (Sammellager Thuirs-Mühle): Kath. Gemeinde St. Michael, Lendersdorf
Gürzenich (Synagoge): Kath. Gemeinde St. Johannes Evangelist
Mariaweiler (Anne-Frank-Gesamtschule) Anne Frank Gesamtschule
Landesklinik (Euthanasie): Pflegevorschule
Bei den Mahnstunden wird einerseits der Gräuel der Nazizeit gedacht, andererseits aber auch der Blick auf vielerlei Unrecht gelenkt, das heute nicht nur fern in der Welt, sondern manchmal auch in unserem Land, in unserer Stadt, neben uns von Menschen anderen Menschen zugefügt wird.
Zur „Mit-Denken“ werden alle Bürger(innen) freundlich eingeladen von
Georg Fritzen, pax christi-Regionalgruppe Düren
Position der Antifa Düren zu dem Rechercheergebnis von Bettina Oesl
Wir bericheten zum Thema Wamper, hierzu schreibt die Antifa Düren:
„Die Historikerin Bettina Oesl hat herausgefunden:
Neonazismus und extreme Rechte im Kreis Düren
Vortrag und Diskussion
Aktuelle Hintergründe, Protagonisten, Aktionen, Erscheinungsformen
30. November 2012, 19 Uhr, KOMM, August-Klotz-Str. 21, 52349 Düren
Eintritt frei
Die extreme Rechte im Kreis Düren befindet sich im Wandel: Im August 2012 wurde
die neonazistische „Kameradschaft Aachener Land“ vom Innenministerium des Landes NRW verboten und aufgelöst. Der zeitweise sehr aktive NPD-Kreisverband Düren hat zum Ende des Jahres 2011 faktisch seine Aktivitäten eingestellt. Und doch ist die extreme Rechte auch im Kreis Düren weiter aktiv. Der Vortrag führt in das
Thema ein, zeichnet die Entwicklung der vergangenen Jahre nach und geht auf
aktuelle Aktivitäten im Kreisgebiet ein.
Vortrag und Diskussion mit Dominik Clemens M.A. (Köln)
Der Referent arbeitet in Projekten gegen Rechtsextremismus in Aachen und
Düsseldorf, publiziert zum Thema und gehörte von 2006 bis 2009 dem
Sprecher/innen-Kreis des Dürener Bündnisses gegen Rechtsextremismus, Rassismus
und Gewalt an.
Nach §6 VersG sind Mitglieder und Anhänger von rechtsextremen und rassistischen
Parteien und Organisationen sowie sonstige Störer von der Teilnahme
ausgeschlossen.
Demonstration in Köln: Verfassungsschutz auflösen
Bündnisaufruf:
Samstag, 10. November 2012, 14:00 Uhr, Köln-Chorweiler
Das Bündnis “Verfassungsschutz auflösen!” ruft für den 10.11.2012 unter dem Motto “Verfassungsschutz auflösen – Rassismus bekämpfen!” zu einer Demonstration in Köln-Chorweiler vor dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) auf.
Die VVN-BdA Aachen unterstützt diesen Aufruf. Hintergründe und Spendenaufruf auf der Seite der VVN-BdA Aachen.
Kundgebung und Demo:
Die Auftaktkundgebung beginnt um 14 Uhr auf dem Pariser Platz in Köln-Chorweiler.
Nach einem Live Auftritt von Feine Sahne Fischfilet hält die Antifaschistische Koordination Köln und Umland (AKKU) eine Rede. Im Anschluss findet auf der Bühne ein Interview mit Dr. Rolf Gössner (Rechtsanwalt/Publizist, Vizepräsident der Internationalen Liga für Menschenrechte), Alexander Hoffmann (Rechtsanwalt) und Kutlu Yurtseven (Musiker) statt.
Danach sprechen migrantische Gruppen aus dem Bündnis „Verfassungsschutz auflösen – Rassismus bekämpfen!“. Zu guter Letzt tritt die Band Grup Yorum auf und stimmt auf die Demo ein. Anschließend startet die Demo in Richtung Bundesamt für Verfassungsschutz.
Anreise
Allgemeine Anreise-Infos:
- Die S-Bahn (S11) fährt vom Kölner HBF von Gleis 11 um 13:14 Uhr Richtung Köln-Chorweiler.
- KölnerInnen können Chorweiler außerdem noch mit der U-Bahn der Linie 15 erreichen. Diese fährt bspw. vom Rudolfplatz um 13:17 Uhr weiter zum Ebertplatz um 13:24 Uhr und ist 13:46 Uhr in Chorweiler.
- Vom Düsseldorfer HBF fährt um 12:37 Uhr ebenfalls die S11 Richtung Köln-Chorweiler.
- Anreisende aus dem Kreis Düren können sich bei der Antifa Düren melden
Während der Demo wird ein Ermittlungsausschuss (EA) aktiv sein. Der EA hilft während oder nach der Demo bei Konflikten mit der Polizei. Betroffene oder ZeugInnen können sich melden. Der Kölner Ermittlungsausschuss ist am Tag der Demonstration unter der Nummer 0221 – 9 32 72 52 zu erreichen.
