„Engel der Kulturen“ kommt wieder nach Düren

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Im Herbst vergangenen Jahres rollte das Kunstobjekt „Engel der Kulturen“ unter Beteiligung der Vertreter der monotheistischen Weltreligionen und der verschiedenen religiösen und kulturellen Gruppen unserer Stadt durch Düren.

Beeindruckt von diesem Erlebnis hat der Stadtrat auf Antrag des Bündnisses gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt beschlossen, das Kunstobjekt als Denkmal der interkulturellen und interreligiösen Begegnung dauerhaft zu verankern.

In einer Feierstunde am Samstag, 27. September, von 15.30 – 17.00 Uhr wird Bürgermeister Paul Larue das Denkmal vor dem Haus der Stadt enthüllen.

Düren wird damit die erste Stadt, in der das Kunstobjekt „Engel der Kulturen“ einen bleibenden Platz findet.

 

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Ramadanfest 2014 verschoben

Wie die Redaktion heute aus zuverlässiger Quelle erfuhr, wurde das angekündigte Ramadanfest in Düren verschoben.

Wir werden weiter berichten, sobald wir neue Informationen haben.

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Ramadanfest 2014 in Düren

„Begegnung und Kennenlernen“

„Wir brauchen Brücken statt Mauern zwischen den Religionen“

Am 28. Juni 2014 hat der islamische Fastenmonat Ramadan (1435 n.H.) begonnen.
Dieser Monat hat nicht nur eine besondere Bedeutung für die Muslime, sondern für alle Menschen. Es ist die Zeit des Friedens und der Besinnung mit vielen kulturellen und sozialen Aspekten.

Aus diesem besonderen Anlass wird das Islamforum Düren in Kooperation mit Kreis und Stadt Düren sowie verschiedenen städtischen, kirchlichen und gesellschaftlichen Organisationen in Düren die 5. kulturelle und soziale Veranstaltung unter dem Motto

„Ramadanfest 2014“ am 9. August 2014, von 17.00 Uhr bis ca. 22.00 Uhr,

auf dem Kaiserplatz in Düren wieder durchführen.
Die Veranstaltung findet unter der Schirmherrschaft von Herrn Bürgermeister Paul Larue statt.

Ziel ist es, den Bürgerinnen und Bürgern die sozialen und kulturellen Aspekte der Muslime im Monat Ramadan während einer öffentlichen Veranstaltung vorzustellen. Vorbehalte und Ablehnungen gegenüber dem Islam und gläubigen Muslimen sind häufig auf Unkenntnis zurück zu führen. Dem möchte das Ramadanfest entgegenwirken. Gleichzeitig stellt sich die Möglichkeit, die langjährige gute Zusammenarbeit zwischen den muslimischen, städtischen, kirchlichen sowie gesellschaftlichen Stellen hervorzuheben.

Die solidarische Bedeutung des Ramadans wird durch eine Spende des Erlöses an die Bedürftigen verwirklicht. Der genaue Spendenzweck wird im Islamforum gemeinsam beraten und beschlossen. So ist im vergangenen Jahre eine Spende an den Dürener Tafel e.V., das Projekt gegen Kinderarmut in Düren und die Flüchtlingskinder in Somalia, Syrien und Deutschland ermöglicht worden.

Zudem wird ein sehr interessantes kulturelles und soziales Programm über das Leben der Muslime im Monat Ramadan angeboten, begleitet von reichlich Information und erfreulicher Musik. An Infoständen werden sich unsere Partner und Vereine vorstellen. Selbstverständlich werden die Gäste mit einem kulinarischen Buffet verwöhnt und die Kinder mit vielen Spielen und Überraschungen erfreut.

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„Wie ein Engel eine Karawane führt“

Nach häufiger Nachfrage und für alle, die den Film noch nicht gesehen haben, hier der Link:

http://www.nrwision.de/programm/sendungen/ansehen/wie-ein-engel-eine-karawane-fuehrt.html

Der Film hat mittlerweile mehrere Auszeichnungen erhalten. Häufiges anklicken und auch Kommentare schreiben, helfen eine besondere Aufmerksam bei NRWision zu bekommen.

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Zum Wahlerfolg der „Alternative für Deutschland“

Unter http://antifadueren.blogsport.de/2014/06/05/dueren-zum-wahlerfolg-der-rechtspopulistischen-alternative-fuer-deutschland-afd/ heißt es:
 
„Bei den Kom­mu­nal­wah­len am 25.​05.​2014 kam die „AfD“ in der Stadt Düren auf An­hieb auf 5,5%.
….
Es gibt Punk­te, in denen sich die „AfD“ nicht sehr von fa­schis­ti­schen/rechts­ex­tre­men Par­tei­en un­ter­schei­det.

Zum Bei­spiel Wahl­pla­ka­te:

„Wir sind nicht das Welt­so­zi­al­amt“ pla­ka­tiert die“AfD“
Wir sind nicht das So­zi­al­amt der Welt“ Pla­ka­tie­ren „NPD“ und „REP“
Auch beim Schü­ren von Angst vor Ein­wan­de­rung un­ter­schei­det sich die „AfD“ nicht von fa­schis­ti­schen Par­tei­en. Zu­wan­de­rer müss­ten „in­te­gra­ti­ons­fä­hig und in­te­gra­ti­ons­wil­lig sein“, sagt Lucke etwa. Das ist zu­min­dest nicht weit von rechts­po­pu­lis­ti­schen Po­si­tio­nen ent­fernt – wäre aber auch in wei­ten Tei­len der Union kon­sens­fä­hig.
 
Wir wer­den die wei­te­re Ent­wick­lung im Auge be­hal­ten und for­dern die an­de­ren Par­tei­en im Stadt­rat auf, keine Zu­sam­men­ar­beit mit der AfD zu be­ge­hen. Diese Auf­for­de­rung rich­ten wir be­son­ders an die „BfD“, die selbst mit dem Fa­schis­ten Ro­th­hanns, ehe­ma­li­ges Mit­glied des NS-​Flü­gels in der „NPD“, zu­sam­men­ge­ar­bei­tet hat und schon im Wahl­kampf erste Kon­tak­te mit der AfD ge­knüpft hat. Aber auch an­de­re Par­tei­en im Dü­re­ner Rat­haus sind, wenn es um Macht­er­halt geht nicht wäh­le­risch.“
 
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Antifa Düren zum Anschlag auf die Alevitische Gemeinde Düren

In der Nacht vom 03. auf den 04.06. 2014 wurde auf die Räume der Ale­vi­ti­schen Ge­mein­de in Düren ein An­schlag ver­übt.
Die Antifa Düren schreibt hierzu:“Bis­her un­be­kann­te Täter haben mit har­ten Ge­gen­stän­den eine Schei­be der Ver­eins­räu­me in Nord­dü­ren ein­ge­schla­gen/ein­ge­wor­fen. Ein po­li­ti­scher Hin­ter­grund ist nicht aus­ge­schlos­sen. Sind es doch be­son­ders die Ale­vi­ten, die sich gegen die dik­ta­to­ri­sche, pro fa­schis­ti­sche Po­li­tik von Er­do­gans AKP weh­ren und die­sem bei sei­nem „Be­such“ in Köln 70­tau­send­fach klar ge­macht haben, dass sie seine Po­li­tik nie ak­zep­tie­ren wer­den. War die­ser An­schlag even­tu­ell die Rache dafür?
Egal wer die Täter waren, wir An­ti­fa­schis­tIn­nen ver­ur­tei­len die­sen fei­gen An­schlag aufs Schärfs­te. Das die Täter je­mals ge­fasst wer­den ist wenig wahr­schein­lich, dies haben ähn­li­che Er­eig­nis­se in der Ver­gan­gen­heit ge­zeigt. Das In­ter­es­se daran war und ist lei­der nicht sehr aus­ge­prägt. Trotz­dem geht un­se­re For­de­rung an die zu­stän­di­gen Be­hör­den alles zu tun, die­sen An­schlag auf­zu­klä­ren. Aber bitte nicht wie­der bei den Op­fern su­chen.
Wir An­ti­fa­schis­tIn­nen aus Düren und Um­ge­bung ver­si­chern den Mit­glie­dern der Ale­vi­ti­schen Ge­mein­de un­se­re un­ein­ge­schränk­te So­li­da­ri­tät.
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Bericht über die Vollversammlung am 23. Mai 2014

Gunter Derichs begrüßte mit kurzen einleitenden Worten Atila Balikci – 1. Vorsitzender der DITIB-Moschee in Düren und geschäftsführender Vorstand der Stadtteilvertretung Düren-Nord – sowie die knapp 60 anwesenden Mitglieder und erläuterte ihnen die Ziele des sich in der letzten Aufbauphase befindenden „Hauses für Alle“, das als multikulturelles Zentrum u. a. allen in Düren ansässigen Kulturvereinen und religiösen Gruppen zu Begegnung und Austausch offen stehen soll. In lebendigem und tolerantem Miteinander solle hier Integrationsarbeit gefördert werden.

Susanne Rössler – Vertreterin der Sprechergruppe des Bündnisses – entschuldigte zunächst das Fehlen von Bürgermeister Paul Larue und ging dann auf aktuelle Entwicklungen der Rechten Szene ein, ebenso wie sie den Respekt vor der Vielfalt unterschiedlicher Kulturen und Religionen in unserem Miteinander anmahnte. Auch sie begrüßte die Einrichtung eines „Hauses für Alle“, wo Gemeinschaft in der Vielfalt gelebt werden könne. Ferner sprach sie bedenkliche, populistische Töne eines Politikers im Zusammenhang mit der bevorstehenden Europawahl an und schloss mit dem Appell: „Wir dürfen das Feld nicht den Rechtspopulisten überlassen.“

Gunter Derichs regte die Bildung flexibler – projektbezogener – Arbeitsgruppen an, die künftig spezielle Themen u. a. für die Öffentlichkeit vorbereiten sollen; danach erläuterte er in seinem Finanzbericht ausführlich die Einnahmen, die Ausgaben sowie den derzeitigen Stand des Budgets.

Ludger Dowe fasste die Aktivitäten, die Aktionen, die wichtigsten Diskussionen der vergangenen zwei Jahre zusammen, ebenso ging er auf Fest- und sonstige öffentliche Veranstaltungen dieses Zeitraumes ein.

Roswitha Katharina Wirtz stellte ihren – mehrfach ausgezeichneten – Film „Wie ein Engel eine Karawane führt“ vor. Er zeigt die Vorbereitungen im vergangenen Jahr für die Aktion „Engel der Kulturen“  sowie den Demonstrationszug des großen Metallrades durch Düren – unter Beteiligung mehrerer Hundert Sympathisanten.

Walter Mörsch verwies auf den 27. September 2014, an dem ein zwei Meter großer „Engel der Kulturen“ in Gestalt eines massiven Metallrades in Düren seinen dauerhaften Platz bekommen soll. Damit sei unsere Stadt die weltweit erste und einzige, die eine solche Skulptur im öffentlichen Raum aufstellen wird. Hierzu werde eine Großveranstaltung in Düren ausgerichtet, die mit einem Konzert der Gruppe Avram am Abend in der Christus-Kirche einen ihrer Höhepunkte finden solle.

Gunter Derichs verabschiedete die Mitglieder des Sprecherkreises Ludger Dowe, Thomas Müller sowie die nicht anwesenden Paul Larue und Burhan Cetinkaya, die aus unterschiedlichen Gründen ihre Funktionen in Zukunft nicht mehr erfüllen können: Ihnen allen sei ausdrücklich Dank gesagt für zum Teil jahrelange ehrenamtliche Arbeit im Dienste der Anliegen des Dürener Bündnisses. Spontan wurde dieser Dank von einem Mitglied des Plenums für alle Anwesenden ausgesprochen.

Dirk Chr. Siedler bat anschließend die in den Sprecherrat nachrückenden Kandidaten, sich persönlich vorzustellen. Sandra Bozkir, Friedrich Ostenrath, Emmanuel Ndahayo sowie Horst Knapp und Jo Ecker (als Tandem) kamen seiner Bitte nach.

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Zur Wiederwahl stellten sich Susanne Rössler, Monika Ollig, Gunter Derichs, Saffet Akkas und Karl Panitz. Die anschließende Wahl erfolgte ohne Gegenstimmen.

Auf dem Bild fehlen Frau Bozkir und Frau Ollig (Anmerkung der Redaktion)

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CIMG2723 (640x506) (2)Ein weiterer Programmpunkt war die Begehung der Räumlichkeiten des „Hauses für Alle“. Hierbei wurde im Eingangsbereich des Hauses durch Herrn Balikci das Rad „Engel der Kulturen“ enthüllt, das auch dort verbleibt, als besonderes Zeichen für den interkulturellen und interreligiösen Dialog, dem sich die Stadtteilvertretung Düren-Nord verpflichtet fühlt.

Abschließend lud Gunter Derichs  die Anwesenden zum Nordstadtfest, das am Samstag, den 24. Mai 2014, an diesem Ort ausgerichtet werde. Er verwies weiter auf den 2. Juni 2014, an dem vor dem Düsseldorfer Landtag ein temporäres Sandbild „Engel der Kulturen“ gelegt werden solle. Zum Schluss ermunterte er alle Anwesenden, sich Gedanken – samt Vorschlägen – zu machen, mit welchem Schwerpunktthema, mit welchen Aktionen und Aktivitäten das Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt in Düren für die Jahre 2015/2016 in der Öffentlichkeit auf wichtige Problemfelder aufmerksam machen solle.

Die Presse berichtete am 27.05.2014
Zeitungsartikel

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Instrumentalisierung des Themas sexueller Missbrauch durch Neonazis

Diese Broschüre der Amadeu-Antonio-Stiftung und der Fachstelle Gender und Rechtsextremismus, gefördert vom Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs wird jedem empfohlen, der in den letzten Wochen ein Flugblatt des ARMINIUS-Bund im Briefkasten hatte.

Heute fand ein Redaktionsmitglied ebensolches Flugblatt in der Post, abgebildet drei Kinder, ein Plakat hochhaltend, auf dem zu lesen ist: „stoppt … Sexualkundezwang an Grundschulen“. In diesem Zusammenhang werden die „überlebenswichtigen Fragen des alltäglichen Lebens“ genannt: „Werden unseren Kindern Sexspielchen beigebracht? Werden Kleinkinder verpflichtet sich Pornomaterial anzuschauen? Werden unsere Kinder zu Sexobjekten, gar Sexspielzeug der modernen ´Bildungpolitik´?“

Dazu ist auf der Seite des unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs zu lesen:

`„Schulen sollten künftig das Aktionsfeld Nr. 1 der Prävention sein“, so Rörig, „denn nur dort können alle Kinder erreicht werden. Schutzkonzepte müssen in Schulen selbstverständlich werden“. In den rund 30.000 Schulen sollten Fachkräfte in den kommenden Jahren besser fortgebildet und Eltern besser informiert werden. Alle Kinder sollten eine altersangemessene Aufklärung über Missbrauch erhalten, eingebettet in Gewaltprävention und flankiert von einer modernen Sexualpädagogik….´

Lange schon ist bekannt, dass sexuell aufgeklärte Kinder besser vor sexuellem Missbrauch geschützt sind. Und altersentsprechende Sexualpädagogik hat nichts mit „Sexspielchen“, „Pornomaterial“ und „Sexspielzeug“ zu tun. Muss aus dem Flugblattinhalt gefolgert werden, dass der Arminius-Bund Kinder nicht schützen will vor sexuellem Missbrauch?

Im Netz finden wir zum Arminius-Bund folgenden Hinweis sowie weitere Informationen:

Mitte Juni 2013 haben offenbar deutschnationale SpätaussiedlerInnen in Baden-Württemberg den Landesverband des extrem rechten „Arminius-Bund des deutschen Volkes“ gegründet.   Dem „Arminius-Bund“ steht auf Bundesebene Johann Thießen aus Hürtgenwald im Kreis Düren in NRW vor. Der Elektroingenieur ist auch Vorsitzender der revanchistischen Kleinstpartei „Bund für Gesamtdeutschland” in NRW. Ansonsten bewegt sich Thießen aber eher im Umfeld der NPD. So war er bei den Kommunalwahlen 2009 NPD-Kandidat im Kreis Düren.

Da wundert es auch nicht, dass die Farben des Plakats in den bei Neonazis bevorzugten Farben Schwarz-Weiß-Rot gehalten sind. Bleibt zu hoffen, dass den Mitgliedern dieses Bundes im Interesse der Gefährdung ihrer eigenen Kinder diese Einsicht möglich wird: „Angstmache“ ist ein schlechter Ratgeber und ein Hindernis in der Vorbeugung  gegen sexuellen Kindesmissbrauch.

 

 

 

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Den Rassismus offensiver dekonstruieren

Unser neues Sprecherkreismitglied Emmanuel Ndahayo sandte folgenden Text an die Redaktion:

Den Rassismus offensiver dekonstruieren
(Autor :Emmanuel Ndahayo)
In der Vergangenheit wurde der Rassismus auf Basis einer Ideologie der Überlegenheit bzw. Unterlegenheit von Menschen gegenüber anderen Menschen auf Grund ihrer Zughörigkeit, ethnischen Herkunft, Hautfarbe, Kultur, etc. praktiziert. Rassismus basierte demgemäß auf Theorien und Glauben, nach denen Menschen rassisch und biologisch unterschiedlich sind. Viele pseudowissenschaftliche Untersuchungen wurden darüber durchgeführt und unzählige Pseudothesen entwickelt. Nicht nur in pseudowissenschaftlichen, sondern auch in religiösen, politischen, sozialen und kulturellen Milieus fand der Rassismus Vertreterinnen und Vertreter. Dies führte zur Sklaverei einiger Menschen durch Andere, zur Kolonisierung von Staaten durch Andere, zur Apartheid und Diskriminierung von Bürgerinnen und Bürgern durch andere Bürgerinnen und Bürger oder durch ihre Staaten, etc. Im Kampf gegen Rassismus wurde viel getan, aber der Rassismus ist wie ein Chamäleon, verbirgt sich und resistiert, weil er ständig, je nach Umfeld, neue Farben annimmt. Mit diesem wechselhaften Charakter bleibt er nach wie vor schädlich und nicht nur schwer zu bekämpfen, sondern er wird oft nur defensiv bekämpft.
Rassismus gestern und heute
Wohingegen der Rassismus sich in der Vergangenheit hauptsächlich auf Behauptung stützte, dass es menschliche Rassen gibt, die sich biologisch unterscheiden und dass Menschen daher auf Basis ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe unterschiedliche Fähigkeiten bzw. Unfähigkeiten besitzen und auch unterschiedlich behandelt werden sollten, stützt der Rassismus sich seit dem Ende des zweiten Weltkrieges überwiegend auf gesellschaftlich und kollektiv konstruierte abwertende Prägungen gegen Andere, die sich durch Abgrenzung oder Distanzierung von „Uns“ befestigen (vgl. Gaitanides 2012: 8). Diese Konstruktion führt zu Privilegien für Einige und zu Benachteiligungen oder Angriffe für Andere. Mit dem Begriff gesellschaftlich werden verschiedene Bereiche wie wirtschaftlich, sozial, kulturell, religiös, politisch, etc. gemeint. Wie dann der Andere als Mitglied einer realen oder imaginären Gruppe gesellschaftlich angesehen, beurteilt, verstanden, konstruiert und behandelt wird, führt zu seiner Anerkennung, Akzeptanz, gesellschaftlichen Teilhabe, etc. oder zur Stigmatisierung, Diskriminierung, Ungerechtigkeit, Xenophobie, Gewalt, etc. gegen ihn. Mit dieser Ansicht bestätigt sich die Auffassung des Rassismus durch den jüdisch-arabischen Soziologen und Schriftsteller Albert Memmi (1987: 164), der den Rassismus als „die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen“ sieht.
Stefan Gaitanides (2012: 4-8), Professor und Forscher, der sich u.a. mit dem Thema Rassismus be-schäftigt, findet den Memmis Definitionsversuch des Rassismus den treffendsten und klarsten und erläutert ihn in vier Elemente: (1) Beim Rassismus wird ein Akzent ausdrücklich auf tatsächliche oder/und fiktive Unterschiede zwischen Rassisten und Opfern gesetzt; (2)Diese Unterschiede werden bewertet und maximiert zum Nutzen der Rassisten und zur Benachteiligung der Opfer; (3)Die Unterschiede werden als absolut, endgültig und allgemein konstruiert ;(4) Tatsächliche oder mögliche Aggressionen oder Schaden auf der einen Seite oder tatsächliche oder mögliche Privilegien auf der anderen Seite werden legitimiert. Gaitanides macht einen Unterschied zwischen dem alten biologischen und dem neuen kulturalistischen Rassismus, aber fügt hinzu, dass die beiden Formen des Rassismus sich mischen und überschneiden. Noch interessanter in seiner Analyse ist der Vergleich der von Rassismus erfüllten Funktion in der Gesellschaft: Die beiden Formen des Rassismus sind profitabel für Einige und schädlich für Andere.
Die Definition von Memmi und die Interpretation von Gaitanides führen mich dazu, den Rassismus in drei Dimensionen zu analysieren: (1) bei der ideologischen/konzeptuellen Dimension verknüpft der Rassismus sich mit rassistischen Theorien und Thesen, die sich oft auf pseudowissenschaftliche Befunde stützen; (2) bei der Wahrnehmungsdimension wird ein konstruiertes Bild von „uns“ (Selbstbild) und von „ Anderen“ (Fremdbild) als Mitglieder einer realen oder fiktiven Gruppe konstruiert; (3) die praktische Dimension ist als Folge von den zwei ersten Dimensionen anzusehen und zeigt sich durch Diskriminierung, Beschimpfung, Stigmatisierung, Gewalt, Ungerechtigkeit, Mangel an Menschenwürde gegen Andere, Sklaverei, Kolonialismus, etc. So kommt man zum Nutzen der Situation für Einige und zum Schaden für Andere. Die Begründung dieser Praxen stützt sich auf die beiden ersten Dimensionen. Wohingegen die beiden ersten Dimensionen Menschen kollektiv betreffen, kann die Dimension der Praxis des Rassismus sowohl auf individueller als auch auf kollektiver Ebene stattfinden. Rassismus kann daher als eine durch Menschen gegen Menschen auf Basis von pseudobegründenden Theorien und von in der Gesellschaft konstruierten Wahrnehmungen praktiziertes Unrecht und Ungerechtigkeit, die als Folge Nutzen oder Schaden haben, betrachtet werden. Zusammengefasst ist der Rassismus eine Art der Inklusion von Einigen und Exklusion von Anderen in Bezug auf Privilegien.
Dekonstruktion des Rassismus
Der Rassismus wird also auf drei Ebenen konstruiert, pseudobegründet, verinnerlicht und praktiziert. Nicht nur Nutzer sondern auch Opfer des Rassismus konstruieren, pseudobegründen, verinnerlichen und praktizieren den Rassismus. Auf diese Weise praktizieren viele Menschen Rassismus gegen sich selbst. So war Frantz Fanon (1952) der Meinung, dass Rassismus im Unbewusstsein vieler schwarzer Menschen vorkommt, die Opfer dieses Rassismus waren (oder immer noch sind), da sie auch rassistische Wahrnehmungen verinnerlicht und in der Praxis gegen sich selbst unbewusst umgesetzt haben (oder umsetzen).
Die Welt ohne Rassismus wäre die Welt voller Gleichheit, in der Menschen nicht durch Dinge ersetzt werden und in der kein Mensch von anderen dominiert wird (vgl. Fanon: 1952: 189). Es ist wichtig für die Gegen-Rassismus-Aktivisten sich zu fragen, ob eine volle Gleichheit in dieser Welt erreichbar ist. Es lohnt sich optimistisch zu sein und zu glauben, dass die Gleichberechtigung erreicht werden kann und sich dafür einzusetzen. Es ist aber besser realistisch zu sein und zu akzeptieren, dass der Kampf gegen Rassismus nicht einfach ist und dass man sich auf einen langen und heldenhaften Kampf vorbereiten und erklären sollte, wenn man sich auf den Weg der Anti-Rassisten begibt. In der heutigen Realität plädiere ich dafür, um den Rassismus zu dekonstruieren, den Begriff Rassismus nicht nur auf „Hass“, „Beschimpfungen“ und „ physische Gewalt“ gegen Opfer zu beschränken. Rassismus ist mehr als das und sollte auf den drei Ebenen (Theorie, Wahrnehmung, Praxis) bekämpft werden. Rassismus sollte also auf der Ebene der Gleichheit und der Gleichberechtigung in Theorie und Praxis und auf der Ebene der gesellschaftlich konstruierten Wahrnehmungen bekämpft werden.
Offensive Dekonstruktion des Rassismus in unserer Gesellschaft
In ihrem Artikel in der Mitbestimmung von Mai 2014, einer Zeitschrift der Hans-Böckler-Stiftung berichtet Goddar (2014:42-45) über die Ergebnisse der Untersuchung aus dem Forschungsbereich beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR). Bei dieser Forschung wurde herausgefunden, dass Diskriminierung in Deutschland auf dem Ausbildungsmarkt nach Herkunft oder nach dem Klang der Namen der Bewerberin oder Bewerber fühlbar ist. Sie schrieb, dass es einen deutlichen Unterschied macht, ob der Bewerber Yilmaz oder Schultheiß heißt. Goddar benachrichtigt auch über einen im Auftrag des Bildungsministeriums 2010 über die Lage auf dem Ausbildungsmarkt durchgeführten Berufsbildungsbericht, der darauf hinwies, dass aus Osteuropa stammende Besitzerinnen und Besitzer eines Hauptschulabschlusses auf ein gleiches Niveau wie Abiturienten mit türkischer oder arabischer Herkunft in Deutschland gesetzt werden. Auf Basis der Befunde aus von mir durchgeführten Interviews in Bezug auf meine Dissertation wird diese Realität bestätigt. Der Satz „meine Hautfarbe ist mein Ausweis“, den ich bei einer Befragung gehört habe, klingt immer noch in meinem Ohr. Merkwürdig bei dem Artikel von Goddar (2014: 42) ist zu erfahren, dass die Forscher von SVR vermeiden, diese Realität Rassismus zu nennen. Stattdessen sagen sie: „Menschen tendieren dazu, Menschen auszuwählen, die ihnen ähnlich sind… dazu kommen Befürchtungen wie: Was werden die Kunden denken? Werden die Kollegen damit klarkommen?“. Befinden wir uns an dieser Stelle nicht auf erster Dimension (konzeptueller und ideologischer Begründungsversuch des Rassismus) und auf zweiter Dimension (in der Gesellschaft konstruierte Wahrnehmungen)? Diese Diskriminierung auf Basis der Herkunft oder des Hintergrunds, anders gesagt auf Basis der Zugehörigkeit oder Nicht-Zugehörigkeit zu einer Gruppe (Mehrheitsgesellschaft /Minderheiten) ist eine von mehreren Formen des Rassismus in unserer Gesellschaft, die zu bekämpfen sind.
Ich beziehe mich auf die Meinung von Gaidanides (2012: 8) und spreche dafür, dass der Rassismus durch den Kampf gegen Ungleichbehandlung, gegen Bildungsbenachteiligung, gegen Schwierigkeiten bei der Umsetzung der erworbenen Bildungsabschlüsse in angemessene Beschäftigungen, gegen einen nicht-menschenwürdigen Umgang mit Benachteiligten, gegen Diskreditierungen, Diffamierungen und Stigmatisierungen einiger Menschengruppen, etc. dekonstruiert wird. Der Staat und die Städte, die für die Gleichstellungen aller Bürgerinnen und Bürger und die für die Umsetzung der in unserem Grundgesetz stehenden Menschenwürde zuständig sind, müssen bei dieser Dekonstruktion offensiver handeln. Staatliche Institutionen und Einrichtungen sollten ein Vorbild für den Rest der Gesellschaft sein, in dem sie offener auch für nicht-deutsch Aussehende Bürgerinnen und Bürger werden.
Fazit
Der Rassismus verknüpft sich mit Machtverhältnissen zwischen Menschen als Mitglieder von Grup-pen oder Bündnissen und dehnt sich auf die Gesellschaft d.h. auf politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen, religiöse Bereichen etc. aus. Die Realität der Welt und unserer Gesellschaften muss also bei der Bekämpfung des Rassismus berücksichtigt werden. Der Rassismus ist sowohl bei den Tätern als auch bei den Opfern zu bekämpfen. Denn auch Opfer sind oft unbewusst Rassisten gegen sich selbst und viele Täter wissen nicht, dass sie Rassisten sind. Der Rassismus dient am Ende zum Nutzen von Einigen und zum Schaden von Anderen. Rassismus ist also mit der Verteidigung oder dem Streben nach kollektiven oder/und individuellen Interessen verbunden. Ob Menschen von ihrer Natur aus bereit sind auf ihre Privilegien zu verzichten oder die Gleichheit für Alle zu erlauben, ist die Frage, die bei dem Kampf gegen Rassismus nicht zu unterschätzen ist. Der Staat muss sich dabei noch stärker machen.
Literatur
Fanon, Frantz (1952). Peau noire masques blancs. Paris, Editions du Seuil.
Goddar, Jeannette (2014). Yilmaz oder Schultheiß. Wenn der Name entscheidet. In Mitbestimmung. Das Magazin der Hans-Böckler-Stiftung. Frankfurt a.M., Bund Verlag.
Memmi, Albert (1992). Rassismus. Frankfurt a.M.
Gaitanides, Stefan (2012). Über die Aktualität der „klassischen“ Rassismus-Definition von Albert Memmi. In Migration und Soziale Arbeit. 34.Hahrgang 2012, Heft 1. Beltz Juventa.

 

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Vollversammlung Dürener Bündnis

An die Mitglieder im Dürener Bündnis:

  • Wer gerne das „Haus für Alle“ kennen lernen will,
  • wer gerne den Film „Wie ein Engel eine Karawane führt“ sehen will,
  • wer nicht nur am Sonntag sondern auch schon am Freitag wählen will,
  • wer mit den neuen Sprecher/innen des Bündnisses ins Gespräch kommen will,
  • wer wissen will, was die Arbeitskreise im Jahr über so umtreibt
  • wer gerne mit Gleichgesinnten gemütlich Beisammen sein will,

der/die kommt  morgen, 23. Mai um 19.00 Uhr zur Vollversammlung in das „Haus für Alle“ nach Nord-Düren, Nordpark 1.

Nochmals herzliche Einladung!!!

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