Informationsbrief an unsere Mitglieder

Liebe Mitglieder des                                                  August 2021
Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus,
Rassismus und Gewalt

Der Sprecherkreis möchte die Mitglieder mit diesem Informationsbrief über unsere zukünftigen Aktionen informieren.

Während der letzten 18 Monate waren wir Corona bedingt in unseren Aktivitäten und Treffen sehr eingeschränkt. Wir sind jetzt seit etwa 3 Monaten wieder gestartet und haben uns drei Schwerpunkte vorgenommen:

Für die Bundestagswahl am 26. September planen wir 2 Informationsstände am Samstag, den 18. und 25. September in der Dürener Innenstadt. Es ist uns be­wusst, dass bis zu diesen Terminen bereits viele Wählerinnen dann schon die Stimme als Briefwähler abgegeben haben. Trotzdem müssen wir als BgR Prä­sens zeigen und den Wählerinnen und Wählern Informationen zur nichtwählbaren AfD anbieten und sie zu einer kleinen Aktion einladen.NRWeltoffen ist ein Förderprogramm des Landes NRW, welches Kommunen in der Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus und Rassismus stärken soll. Seit 2017 wird das Förderprogramm gemeinsam zwischen dem Sozialdienst ka­tholischer Frauen Düren (SkF Düren) und dem Dürener Bündnis gegen Rechts­extremismus, Rassismus und Gewalt durchgeführt. Im Rahmen des Programms wurde ein lokales Handlungskonzepte gegen Rechtsextremismus und Rassismus erarbeitet und wird fortlaufend weiterentwickelt. Das lokale Handlungskonzept ge­gen Rechtsextremismus und Rassismus reagiert auf aktuelle Entwicklungen und bündelt präventive Maßnahmen gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Hier­bei wird intensiv mit zivilgesellschaftlichen Akteuren zusammengearbeitet.
Im Kreis Düren wurden bereits zahlreiche Maßnahmen in Zusammenarbeit mit dem Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt und weiteren regionalen Institutionen umgesetzt. Hierzu zählen Handlungs- und Argu­mentationstrainings gegen rechts an Schulen, Gedenkstättenfahrten, Vorträge, Aktionswochen, Lesungen und Multiplikator*innenausbildungen.
Zum 31.12.2020 hat der SKF Düren seine Trägerschaft beendet. Seit dem 01.01.2021 wird das Projekt NRWeltoffen durch den Kreis Düren und das Düre­ner Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt durchgeführt. Für 2021 liegt der Schwerpunkt auf der Umsetzung von Maßnahmen in den Themen­bereichen Erinnerungskultur, Antisemitismus; Bildungsarbeit an Schulen und Ju­gendeinrichtungen und Öffentlichkeitsarbeit zu den Themen Rechtsextremismus und Rassismus.

Die Dürenerin Elisabeth Elster, deren Vorfahren Sinti*zze waren, gehört seit einigen Jahren zu unserem Sprecherkreis. Im Sinne unseres Engagements gegen rassistisches Denken und Handeln in Düren haben wir einen Schwerpunkt auf die Aufarbeitung und das aktuelle Schicksal der Sinti und Roma gelegt. Das umfasst die Aufarbeitung und Aufdeckung der mörderischen Aktionen gegen die Dürener Sinti*zze während der Nazidiktatur, die Darstellung der Schwierigkeiten der Überlebenden in der Nachkriegszeit und die heutige Situation von Sinti und Roma. Unser Leitgedanke ist: „Sinti und Roma Geschichte, Kultur und ihre Spuren in Düren“.Das Dürener Bündnis gegen Rechts gestaltet einen Monat lang verschiedene Aktionen zu diesem Thema. Wir laden alle Dürener*innen und alle Interessierten*innen dazu ein, mehr über dieses Thema zu erfahren und festzustellen, was das eigentlich mit Düren zu tun hat.
Nur durch Gemeinschaft zwischen den Kulturen aus demselben Land, ja aus derselben Stadt, können sich alle Bürger*innen auch wohlfühlen.

Am 28.10.2021 um 18.00 Uhr beginnen wir mit der Eröffnung einer Ausstellung „Sinti und Roma, Geschichte, Kultur und ihre Spuren in Düren“ in der Annakirche. Die Eröffnung wird musikalisch begleitet von Sinti-Jazz-Musiker Matscho Rose und Johann Müller, die auch in Romanes singen. Es gibt eine Ausstellung vom Bistum Aachen die wir zeitgerecht erhalten. Diese Ausstellung werden wir ergänzen durch die Ergebnisse der persönlichen Recherche von E. Elster bezüglich ihrer Sinti*zze-Vorfahren und einem Interview einer Sintezza aus Düren. Die Ausstellung endet am Sonntag, den 21.11.2021

Am 12.11.2021 um 19.00 Uhr findet eine Autorenlesung in der Annakirche mit der aus Thüringen stammenden Autorin Johanna Marie Jakob statt. Sie liest aus ihrem historischen Roman „Taterndorf“, über ihre Heimat und den Missionsversuch an den dort lebenden Sinti*zze. Frau Jakob stellt uns damit gleichzeitig auch Elisabeth Elsters Urahnen vor, die seit 300 Jahre in Deutschland leben. Schon damals sollten sie ihre Lebensweise ändern.

Am 17.11.2021 um 10.00 Uhr zeigen wir den Film „Bis Weihnachten – vielleicht“ für Oberstufenschüler*innen und Interessenten*innen. Dieser selbst gedrehte Film beschreibt an Hand der Familie von Hans K. aus Düren beispielhaft den Rassenwahn und die Gewalt der NS-Zeit. Die beiden Nichten von Hans, die Dürener Schwestern, Elisabeth Elster und Roka Wirtz“ legten ihren Focus auf ein Film-Team mit ausschließlich Dürener Akteuren. Von Düren für Düren. Nach seiner Premiere wird der Film  auf dem TV-Sender NRWision für alle dauerhaft und kostenlos  abrufbar sein.

Es gibt in Düren unserer Meinung nach keinen Gedenkort / kein Gedenkmal für die etwa 500.000 ermordeten Sinti*zze und Rom*nja aus ganz Europa während der NS-Diktatur. Es ist an der Zeit, sich der Leiden, der Verfolgungen und der Morde an den Sinti*zze aus Düren zu erinnern. Dies möchten wir mit einem „Denkmal“ zum Ausdruck bringen. Wir hoffen, einen Platz in dem zu verändernden Parkplatz an der Schützenstraße zu erhalten und vielleicht bis 2023 diesen Plan verwirklichen zu können. Sie können sich natürlich gern an den Planungen beteiligen.
Wir wünschen uns Eindrücke und Begegnungen zwischen Menschen, die sich sonst eher nur aus der Entfernung wahrgenommen haben.
Interessierte Besucher*innen aller Religionen und Kulturen sind herzlich eingeladen, mit uns gemeinsam diese Wochen der Begegnungen zu erleben.
Wir freuen uns darauf, unseren Bürgermeister Frank Peter Ullrich als Schirmherr zur Ausstellungseröffnung und zur Kinopremiere begrüßen zu dürfen.
Alle Durchführungen sind abhängig von der jeweiligen aktuellen Coronasituation.

Wir freuen uns besonders, dass unser langjähriges Sprecherkreismitglied Jo Ecker für seine herausragenden Aktionen seit 2001- Fußballvereine gegen Rechts, über 2.000 Tafeln an Sportplätzen mit der Aufschrift „Kein Platz für Rassismus und Gewalt“ und „4 Schrauben gegen Rechts“ das Bundesverdienstkreuz am Bande 1.Klasse erhalten hat. In einer würdigen und von Applaus geprägten Feier im Rathaus der Stadt Düren erhielt er aus den Händen von Herrn Landrat Wolfgang Spelthahn im Namen des Bundespräsidenten diese außergewöhnliche Auszeichnung. Nochmals herzlichen Glückwunsch an Jo und seine Familie.

Mit freundlichen GrüßenI

m Namen des Sprecherkreises

G. Derichs

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