Tag der Befreiuung
Rechtsextremismus in der Region Aachen
Vortrag von Michael Klarmann
Die rechtsextreme Szene in der Region Aachen, Düren und Heinsberg galt über Jahre als eine der aktivsten in NRW. Sie sammelt sich nach dem Verbot der „Kameradschaft Aachener Land“ im Jahr 2012 in Kreisverbänden der Partei „Die Rechte“. Im Fahrwasser der PEGIDA-Bewegung traten sogenannte „identitäre“ Aktivisten im Raum Aachen auf. In den Rathäusern der Region sitzen Vertreter rechtsextremer und rechtspopulistischer Parteien. Der Journalist Michael Klarmann recherchiert seit mehr als 15 Jahren zum Rechtsextremismus im Aachener Raum und wirft einen Blick auf aktuelle Entwicklungen und Strategien der regionalen rechten Szene.
Diese Veranstaltung ist entgeltfrei!
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich!
04.04.2016, 19:00 – 21:00, Michael Klarmann in der VHS Aachen, Aachen – Innenstadt, Peterstr. 21-25, Raum 21
Bundesweite Kampagne gegen Rassismus! #aufstehen #noafd
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AFD in der Heute Show
— Bündnis gegen Rechts (@BuendnisDN) March 24, 2016
Veranstaltungen – Termine
Datum/Ort: 21.05.2015 / 19.00 Uhr Einlass / 20.00 Uhr Beginn / Multi Kulti Düren

und fremdenfeindlichen Übergriffen
eine Zäsur in der öffentlichen Debatte über Flucht und gelingende Integration.
Welche Auswirkungen üben die gewalttätigen Vorfälle aber auf das zivilgesellschaftliche
Engagement aus? Nimmt die Unterstützung bei und für die Engagierten
ab, treten neue bzw. andere Fragestellungen bzw. Herausforderungen
auf? Wie können Engagierte in den unterschiedlichen Bereichen diesen neuen
Fragestellungen und Herausforderungen erfolgreich begegnen?
• Willkommenskultur & Engagement gegen fremdenfeindliche Übergriffe
als
zwei Seiten einer Medaille: Was verbindet uns? Was trennt uns? Wo wollen
wir zukünftig hin?
• Sind unsere derzeitigen Handlungsstrategien ausreichend? Müssen neue
Strategien entwickelt und Lösungsansätze angepasst werden?
• Welche Rolle spielen Vernetzung und inhaltliche Unterstützung in der
Engagementpraxis?
Die Veranstaltung soll neben einer Bestandsaufnahme des aktuellen zivilgesellschaftlichen
Engagements in Willkommensinitiativen, in der Arbeit gegen
Rechtsextremismus,
Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus sowie verwandten
Bereichen auch Perspektiven für eine weitere Verknüpfung der Aktivitäten
vor Ort öffnen. Denn beide Akteursgruppen verbindet in der Praxis das Engagement
für ein demokratisches und tolerantes Miteinander, gegen menschenfeindliche
Handlungen und Einstellungen.
Die Veranstaltung richtet sich an ehrenamtlich Engagierte in Initiativen, Projekten,
Bündnissen und Vereinen, sowie Aktive aus weiteren Bereichen, daneben
Vertreter / -innen aus Verbänden, Stiftungen, Politik, Verwaltung und Wirtschaft.
www.aufstehen-gegen-rassismus.de
RASSISMUS IN BEWEGUNG? Was jetzt zu tun ist!7. Workshoptagung für Bündnisse und Initiativen gegen Rechtsextremismus in NRW, Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in NRW, Termin: 18.06.2016 von 11 – 17 Uhr, Ort: Essen, Universität – Glaspavillon
Keine Alternative für Deutschland
Faktencheck zur AFD auf campact vom 07.03.2016
#1 Was sagt die AfD zu Familie?
Die AfD-Chefin Frauke Petry will das „Schrumpfen als deutsches Volk“ verhindern, indem Eltern drei Kinder bekommen. Um dieses Wunschbild einer deutschen Familie zu etablieren, will die AfD “[…] auf die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten einwirken und auch im Bildungsbereich Anstrengungen unternehmen, damit Ehe und Familie positiv dargestellt werden.” (Wahlprogramm BaWü, S.29)
Einordnung dieser Positionen: Mit diesem Familienbild will die AfD bei konservativen Wähler/innen punkten. Aber trifft das die bundesdeutsche Realität? Sicher, es gibt auch heute Familien mit Vater, Mutter und drei Kindern. Aber die Wirklichkeit ist vielfältiger. Es gibt auch Alleinerziehende, Patchwork-Familien, berufstätige Mütter oder gleichgeschlechtliche Paare. Auch diese Lebenskonzepte haben ihren Platz. Die AfD will das nicht wahrhaben.
#Realitätscheck: Die AfD hat ein realitätsfernes Familienbild. Um das Wirklichkeit werden zu lassen, befürwortet sie, in die Pressefreiheit einzugreifen
#2 Was sagt die AfD über Frauen?
Die AfD stellt klar: “[…] Frauenquoten, Gleichstellungsbeauftragte und staatliche Propaganda für sexuelle Minderheiten lehnt die AfD rigoros ab.” (Wahlprogramm BaWü,S.6). Zudem befürwortet die AfD eine Volkabstimmung zum Verbot von Abtreibungen, denn: “Die deutsche Politik hat eine Eigenverantwortung, das Überleben des eigenen Volkes, der eigenen Nation sicherzustellen”, so Frauke Petry im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung.
Einordnung der Positionen: Im Grundgesetz ist verankert, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sind. Frauenquoten und Gleichstellungsbeauftragte sollen sicherstellen, dass Frauen nicht benachteiligt werden. Davon hält die AfD nichts. “Schädliche, teure, steuerfinanzierte Gesellschaftsexperimente, die der Abschaffung der natürlichen Geschlechterordnung dienen […] sind sofort zu beenden”, so Thüringens AfD-Sprecher Björn Höcke gegenüber der Thüringischen Landeszeitung. Um die deutsche Familie wieder “zu stärken” geht die AfD noch einen Schritt weiter und will die hart erkämpfte Selbstbestimmung von Frauen über ihren Körper abschaffen.
Der derzeitige Paragraph 218 (StGB) stellt sicher, dass Frauen in Deutschland vor einer Entscheidung für oder gegen das Kind eine Beratung besuchen. Sie bekommen alle Hilfe für ein Leben mit Kind zugesprochen. Bis in die 1970er sind Frauen an unprofessionellen, illegalen Abtreibungen gestorben. Die verschärfte Regel im Sinne der AfD würde Frauen in solcher Not kriminalisieren, anstatt sie bei ungewollter Schwangerschaft zu unterstützen, eine sorgfältige und selbstbestimmte Entscheidung zu treffen.
#Realitätscheck: Die AfD will Frauen auf ihre Rolle als Mutter reduzieren und ihr Leben bei illegalen Abtreibungen aufs Spiel setzen.
“Wir sind gegen einen gesetzlich festgelegten allgemeinen Mindestlohn”, so AfD-Chefin Petry im Interview mit der Thüringischen Landeszeitung. Nach Ansicht der AfD könne der Mindestlohn keine verlässliche soziale Absicherung für Geringverdiener leisten “[…] da viele Menschen in prekären Arbeitsmarktsituationen nur wenige Stunden Arbeit haben. Zudem sind diese Arbeitsplätze gerade durch den Mindestlohn gefährdet.” (Europawahlprogramm der AfD 2014, S.14)
Einordnung der Positionen: Ein Jahr nach Einführung des Mindestlohns zieht DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell Bilanz: „Insbesondere Frauen, Ungelernte, Beschäftigte in Dienstleistungsbranchen und in Ostdeutschland profitieren vom gesetzlichen Mindestlohn.“ Laut des Statistischen Bundesamts komme der Mindestlohn genau dort an, wo die Löhne am niedrigsten waren. Von der gesetzlichen Lohnuntergrenze profitieren rund 3,6 Millionen Menschen. Mindestlöhne stellen sicher, dass Menschen von ihrer Arbeit leben können und keine weitere Unterstützung vom Staat benötigen.
Ohne Lohnuntergrenze verschaffen sich Unternehmen durch Lohndumping unfaire Wettbewerbsvorteile – zulasten ihrer eigenen Beschäftigten. Es käme zu einer weiteren Ausweitung des Niedriglohnsektors. Niedriglöhne heute bedeuten Altersarmut morgen. Besonders oft sind Frauen von Niedriglöhnen und Lohnarmut betroffen. Kein Wunder, dass die AfD gegen den Mindestlohn ist – schließlich hat die AfD nicht vor, sich für die Gleichberechtigung von Frauen einzusetzen (siehe Punkt #2).
#Realitätscheck: Die AfD will die “Partei der kleinen Leute” sein – und den lang erstrittenen Mindestlohn abschaffen. Sie nimmt den Ausbau des Niedriglohnsektors in Kauf und befördert damit Lohn- und Altersarmut.
#4 Was sagt die AfD zum Steuermodell?
Die AfD plant eine Steuerreform – eine so genannte „Flat Tax“. „Unser Konzept ist angelehnt an die Ideen von Paul Kirchhof“, so Frauke Petry (siehe auch AfD-Bundestagswahlprogramm 2013, S.2). In dem Kirchhoff-Modell sollen alle die gleiche Einkommensteuer von ca. 25 Prozent bezahlen. Ganz egal ob einfache Krankenschwester oder schwerreicher Millionär.
Einordnung der Position: Das Modell-Kirchhoff sieht einen Einheitssatz von ca. 20 – 25 Prozent vor und soll für alle Einkommen über 20.000 Euro gelten. Bereits zweimal hat der ehemalige Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhoff sein Modell vorgeschlagen – erstmals 2003 und zuletzt angepasst 2011. Stefan Bach, Steuerexperte am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin kritisiert, dass es für solch eine Entlastung aus ökonomischer Sicht keinen Grund gäbe. Wenn auch für die oberen Einkommen nur noch niedrige Steuersätze gelten, fürchtet Bach massive Einnahmeausfälle für den Staat. Im geltenden Steuermodell steigen die Steuersätze nach Leistungsfähigkeit. So tragen starke Schultern größere und schwächere Schultern geringere Lasten.
In dem Kirchoffschen-Modell würden alle Steuervergünstigungen gestrichen. Eine gute Idee? Damit sind auch die Pendlerpauschale und die steuerfreien Sonn- und Feiertagszuschläge gemeint. Hohe Einkommen würden entlastet. Doch die Situation vieler Arbeitnehmer/innen mit geringem Einkommen würde sich verschärfen.
#Realitätscheck: Die AfD nutzt die Ängste vieler Menschen vor dem sozialen Abstieg aus und suggeriert mit ihrem Steuermodell vermeintliche Steuergerechtigkeit. Doch damit würde sich die Schere zwischen Arm und Reich weiter öffnen.
Die AfD Baden-Württemberg behauptet Bundeskanzlerin Angela Merkel locke „Hunderte Millionen Armutsflüchtlinge nach Deutschland.“ (AfD-Wahlprogramm BaWü, S. 19). AFD-Vizechef Alexander Gauland fordert im Zeitmagazin: „Wir müssen die Grenzen dicht machen und dann die grausamen Bilder aushalten“, man könne sich nicht von Kinderaugen erpressen lassen. Danach vergleicht er Schutzsuchende mit einem Wasserrohrbruch. Den würde man auch abdichten. Doch es geht schlimmer: Nachdem Frauke Petry vorgeschlagen hat, deutsche Grenzen notfalls mit „Schusswaffengebrauch“ gegen Flüchtlinge zu schützen hatte, legt AfD-Vizin Beatrix von Storch zunächst nach: auch auf Frauen mit Kindern dürfe geschossen werden. Dann ruderte sie zurück – nicht auf Kinder aber auf Frauen und Männer.
Einordnung der Position: Die Zahl der Menschen, die aus Syrien und anderen Ländern vor Krieg, Terror und Elend fliehen, ist eine Herausforderung. Lösungen brauchen internationale Abstimmungen und Lastenteilung – und damit Zeit. Auch erfolgreiche Integration erfordert besondere Anstrengungen. Vielen Menschen macht das Angst. Und die AfD schürt diese Angst, wo sie kann. Sie vergiftet die Asyldebatte mit ausländerfeindlichen Verallgemeinerungen wie etwa Warnungen vor dem „afrikanischen Ausbreitungstyp“ und drohender “Islamisierung” Deutschlands. Damit zeigt die AfD ihr demagogisches und menschenfeindliches Gesicht. Belege darüber wie die AfD Baden-Württemberg auf „Hunderte Millionen Armutsflüchtlinge“ kommt, sind nirgends zu finden. Die Forderung nach Schusswaffengebrauch an den Grenzen ist schlicht empörend.
Deutschland hat aus gutem Grund die Genfer Flüchtlingskonvention unterzeichnet, die Kriegsflüchtlingen Schutz bietet. Das Asylrecht gründet direkt auf Artikel 1 unserer Verfassung: “Die Würde des Menschen ist unantastbar”. Die Würde des Menschen endet für die AfD an den deutschen Grenzen.
Deutschland ist ein reiches und ein starkes Land. Wir können effektiv dazu beitragen, dass in der Europäischen Union und darüber hinaus gemeinsame Lösungen gefunden werden. Je stärker aber rechtspopulistische Parteien wie die AfD werden, desto kleiner wird der Spielraum für menschenwürdige Lösungen.
#Realitätscheck: Die AfD will den Schießbefehl an deutschen Grenzen. Sie wertet das Leid der Schutzsuchenden ab – und begegnet ihnen mit Gewalt statt Empathie.
Die AfD in Sachsen-Anhalt will die „Lehrpläne überarbeiten“ und dass im Schulunterricht weniger über die Nazi-Zeit geredet wird: „Eine einseitige Konzentration auf zwölf Unglücksjahre unserer Geschichte verstellt den Blick auf Jahrhunderte, in denen eine einzigartige Substanz an Kultur und staatlicher Ordnung aufgebaut wurde.“ (Wahlprogramm Sachsen-Anhalt, S.1). Auch soll wieder mehr preußische Disziplin in die Schulen einziehen: “Neben grundlegenden Kulturtechniken müssen deshalb ebenso die klassisch preußischen Tugenden Geradlinigkeit, Gerechtigkeitssinn, Ehrlichkeit, Disziplin, Pünktlichkeit, Ordnungssinn, Fleiß und Pflichtbewusstsein vermittelt werden. Um solche Tugenden zu vermitteln, bedarf es Autorität, weshalb die Stellung des Lehrers auch und gerade schulrechtlich zu stärken ist.” (Wahlprogramm Sachsen-Anhalt, S.14).
Einordnung der Positionen: Mit der Formulierung “Unglücksjahre” verharmlost die AfD den Nationalsozialismus und seine Folgen. Die Schrecken der Nazi-Zeit sollen weniger gelehrt werden. Damit greift die AfD ein Schlüsselthema des rechtsintellektuellen Milieus auf – dem Verhältnis zur deutschen Geschichte. Im Geschichtsunterricht sollen positive Beispiele gelehrt werden, damit sich Schüler/innen mit Stolz auf Deutschland berufen können. Die Bildungspolitik der AfD ist geradezu autoritär – und sozialselektiv. Inklusive Ansätze – die Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen – in der Bildungspolitik werden als „ideologisch motiviertes Großexperiment“ abgelehnt (Wahlprogramm Sachsen-Anhalt, S. 21). Bildungsarbeit über Sexualität lehnt sie als „Früh- und Hypersexualisierung” ab.
#Realitätscheck: Die AfD hält nichts von Aufklärung über die Nazi-Zeit – aber viel von autoritärer Lehre gemäß ihres Weltbildes.
“Museen, Orchester und Theater sind in der Pflicht, einen positiven Bezug zur eigenen Heimat zu fördern. Die Bühnen des Landes Sachsen-Anhalt sollen neben den großen klassischen internationalen Werken stets auch klassische deutsche Stücke spielen und sie so inszenieren, dass sie zur Identifikation mit unserem Land anregen.” (Wahlprogramm AfD Sachsen-Anhalt, S. 24)
Einordnung der Positionen: Im Grundgesetz ist verankert: “Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei.” Die AfD nimmt es damit nicht so genau und will dem Kunst- und Kulturbetrieb vorschreiben, was ins Programm kommt. Die letzte Partei, die Theatern Inhalte vorschrieb, war die SED in der DDR. Die AfD nennt dieses Vorgehen “Identitätsstiftende Kulturpflege” – und begibt sich damit weit ins rechte Feld der identitären Bewegungen und rechtspopulistischen Parteien.
#Realitätscheck: Die AfD möchte Theatern, Museen und Orchestern vorschreiben was sie zu spielen haben. Ein direkter Eingriff in die Freiheit der Kunst.
“Schulbücher, welche die Familie relativieren und zugleich gesellschaftlich kaum relevante Konstellationen (LSBTTIQ) überhöhen, sollen für den Gebrauch an öffentlichen Schulen nicht zugelassen werden.” (Wahlprogramm AfD BaWü 2016, S. 30). Sex-Darstellungen und Informationen zu Sex-Praktiken sollen komplett aus dem Unterricht gestrichen werden. Die Thüringer Landtagsfraktion forderte gar eine Zählung aller Homosexuellen im Land.
Einordnung der Positionen: Die Partei fordert ein Verbot von Lehrbüchern, die sich mit Homosexualität oder Transgender beschäftigen. Die AfD will Menschen Vorschriften machen, wie sie ihr Leben z.B. als Frau oder als Mann zu leben haben. Doch wo selbst im erzkatholischen Irland seit 2015 die Homo-Ehe gilt, verweigert sich die AfD der gesellschaftlichen Realität. Mit der schockierenden Anfrage zur Zählung von Homosexuellen und Transgender in Thürigen macht die AfD klar, dass sie Homosexuelle für eine unnormale Minderheit hält. Doch in einer Demokratie werden keine Zählungen über die sexuelle Orientierung von Menschen durchgeführt. Das gab es schon mal – im Nationalsozialismus.
#Realitätscheck: Jede und jeder soll sein Leben frei wählen dürfen. Die AfD sieht das anders. Sie spricht Menschen unterschiedlichen Geschlechts und sexueller Orientierung ihre Entfaltungsmöglichkeiten ab.
#9 Was sagt die AfD zu Hartz IV?
Die AfD in Baden-Württemberg möchte Hartz IV durch so genannte “Bürgerarbeit” ersetzen: “[…] Bürgerarbeit soll ca. 30 Wochenstunden umfassen und mit ca. 1.000 EUR monatlich sozialversicherungspflichtig entlohnt werden.“ (AfD BaWü, Wahlprogramm S.27)
Einordnung der Positionen: Langzeitarbeitslose sollen zu Niedriglöhnen zur Arbeit gezwungen werden – unter dem Mindestlohn. Das Modell der Bürgerarbeit würde Menschen so von der eh schon geringen Grundsicherung ausschließen. Und: So ein Projekt der “Pflichtarbeit” gab es bereits: Von 2010 bis 2014 unter der Ex-Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU).
Wilhelm Adamy, Arbeitsmarktexperte des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), sah schon bei von der Leyens “Bürgerarbeit” kaum Effekte für mehr Beschäftigung: „Es ist zwar grundsätzlich richtig, wenn die Politik Langzeitarbeitslosen mehr Angebote für neue Beschäftigung macht. Aber die geplante Bürgerarbeit ist weitgehend nur ein Ersatz für andere Förderprogramme, die bereits eingeschränkt oder abgeschafft wurden oder es noch werden sollen.” Er sollte recht behalten. Tausende Arbeitslose verschwanden zunächst aus der Statistik – doch nur ein Bruchteil schaffte es durch “Bürgerarbeit” in sozialversicherungspflichtige Jobs. Eine gescheiterte Maßnahme – die den Druck auf Erwerbslose nur noch erhöht hat. Mit der Zwangsmaßnahme “Bürgerarbeit” erniedrigt die Partei die sozial schwachen Mitglieder unserer Gesellschaft und fördert ein Klima des Neids.
#Realitätscheck: Die AfD will dass Hartz IV-Empfänger/innen unter dem Mindestlohn zur Arbeit gezwungen werden.
Die AfD Rheinland-Pfalz fordert ein sofortiges Ende des Erneuerbare-Energien-Gesetzes kurz EEG (Wahlprogramm AfD Rheinland-Pfalz, S. 9). “In Deutschland geschürte Ängste vor Treibhausgasen und vor der Kernenergie führten und führen zur einseitigen Bevorzugung der sogenannten Erneuerbaren Energien”, behauptet die AfD Baden-Württemberg (Wahlprogramm BaWü, S. 47). Im Wahlprogramm heißt es weiter: “Aufgrund der deutschen Ausstiegsbeschlüsse befindet sich die gesamte Kernkraft-Branche hierzulande in Selbstauflösung. Baden-Württemberg braucht Kompetenz in Kerntechnik, denn Kerntechnik wird von der Medizin über die Energieerzeugung bis hin in die Industrie vielfältig genutzt. Durch die gesetzlich vorgesehenen Abschalttermine wurden den Betreibern und Zulieferern alle Zukunftsoptionen genommen. […] Mit den Abschaltungen werden das Wissen und die Infrastruktur der Kerntechnik in Deutschland zerschlagen. Bei einer sich ab 2018 abzeichnenden Stromlücke kann dann nicht mehr auf die Kernkraftwerke zurückgegriffen werden.” (Wahlprogramm BaWü, S. 48)
Einordnung der Positionen: Eine saubere und sichere Energieversorgung will die AfD nicht. Die Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima zeigen, dass selbst bei sehr sicher geltenden Anlagen unvorhersehbare Ereignisse oder menschliches Versagen zu schwersten Unfällen führen können. Neue Analysen zeigen, dass Strom aus erneuerbaren Energien heute erheblich günstiger ist als Atomstrom. Sehr große Teile der Kosten von Atomenergie fallen nach dem Ende der Nutzung an. Schon jetzt zeigt die Diskussion über die Kosten des Rückbaus und der Endlagerung, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Rücklagen der Atomkonzerne bei weitem nicht ausreichen, um diese zu decken. Mit dem Atommüll hinterlassen wir unseren Kindern, Enkeln und Urenkel ein teures und hochgiftiges Erbe.
Als Ersatz für Atomenergie sieht die AfD nur die Kohlekraft. Denn für sie gibt es die menschengemachte Erderwärmung nicht. Die AfD schafft es wie kaum eine andere Partei wissenschaftliche Erkenntnisse auszublenden. Was die Wissenschaft und Weltgemeinschaft längst erkannt hat, ist für die AfD “CO2”-Lüge” und “Volksverdummung”. Die vereinbarten Ziele der Klimakonferenz von Paris 2015 will die AfD mit ihrem Wahlprogramm offensichtlich nicht erreichen. Die Errungenschaft der Energiewende und die damit einhergehende Vorreiterrolle Deutschlands will die AfD beenden.
#Realitätscheck: Die AfD hält nichts von Fortschritt: Sie will die Energiewende aufhalten, an klimazerstörender Kohlekraft festhalten – und zurück zur Atomenergie.
“Die AfD will eine gegen Zuwanderung und Flüchtlinge gerichtete ethnisch-reine, völkische Nation und damit eine andere Republik. Sie ist die Partei der Mobilisierung des Ressentiments gegen Flüchtlinge, spricht von Notwehr und Widerstand und fördert damit Gewalt in einer durch die rassistische Bewegung und die gefährliche Steigerung der Gewalt gegen Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte hoch aufgeladenen Situation der Republik.”
“Die Partei artikuliert Hass und ermöglicht so klaren Rechtsextremismus.”
“Spätestens seit der Abspaltung des Lucke-Flügels weist die AfD die für rechtspopulistische Parteien charakteristischen Merkmale auf: Populistisch ist die AfD aufgrund ihrer vehementen Anti-Establishment-Kritik und ihres Anspruchs, als einzige ‚Alternative‘ die eigentlichen Interessen des Volkes beziehungsweise von dessen schweigender Mehrheit zu vertreten (Decker 2015: 113). Darüber hinaus rechtspopulistisch ist die AfD aufgrund ihrer exklusiven Vorstellungen eines als homogen imaginierten Volkes, das es gegenüber allem Fremden sowie äußeren Feinden vehement zu schützen gilt (vgl. Lewandowsky 2015: 222).”
Quelle: Otto Brenner Stiftung, „Die AfD vor den Landtagswahlen 2016. Programme, Profile und Potenziale“
#KEINE Alternative für Deutschland
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Analyse als PDF
Wofür kämpfen Antifaschistinnen und Antifaschisten?
Veranstaltung der Antifa Düren
Wann: Am 10.03.2016
Wo: Im Komm Düren August-Klotz-Straße
Beginn: 19.30 Uhr
Im Vortrag soll gezeigt werden, dass die verschiedenen Antworten, die
auf diese Frage möglich sind, zu sehr unterschiedlichen Konsequenzen
führen. Es geht also darum, den Gegner des antifaschistischen Kampfs
genau zu bestimmen, damit der Kampf erfolgversprechend sein kann. Die
Antworten, die der Referent Jürgen Lloyd, Leiter der Karl Liebknecht
Schule in Leverkusen, dazu vorschlägt, sollen zu einer hoffentlich
fruchtbaren Diskussion beitragen.
Weitere Terminankündigung: 21.05.2016 Antifaparty zum Jahrestag der
Befreiung vom Faschismus im Multi Kulti Düren. Einlass ab 19.00 Uhr
Beginn 20.00 Uhr
Workshop – Rechtsextremismus im Netz 11.03.2016
Die Redaktion macht auf eine Veranstaltung aufmerksam, die in Altenkirchen in der Evangelischen Landjugendakademie in Kooperation mit der GEW durchgeführt wird.
Ina Kohl von der Evangelischen Landjugendakademie lädt hierzu ein:
„Wir sind im „Bündnis für Demokratie und Menschenfreundlichkeit statt Rassismus und Ausgrenzung im Kreis Altenkirchen“ und möchten im Zusammenhang mit den „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ auf das Thema „Rechtsextremismus im Netz“ aufmerksam machen. In einem Workshop werden wir theoretisch und ganz praktisch dieses Thema unter die Lupe nehmen.
Die Veranstaltung richtet sich nicht nur an Lehrer, Jugendarbeiter und Eltern, sondern an alle Interessierten und engagierten Menschen in diesem Bereich.
Wir laden Sie herzlich ein und würden uns freuen, wenn Sie dieses Angebot auch an andere Interessierte weiterleiten könnten.
Save the date_Rechtsextremismus im Netz
Herzliche Grüße aus Altenkirchen
Ina Kohl kohl@lja.de
Evangelische Landjugendakademie, 57610 Altenkirchen
Telefon +49 2681 9516 – 18
Solidarität der Evangelischen Kirchengemeinde Übach-Palenberg mit Pfarrer Cervigne
Stellungnahme der Evangelischen Kirchengemeinde Übach-Palenberg:
Mit Bestürzung und Empörung haben wir davon erfahren, dass Charles Cervigne, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Aldenhoven, am 13. Februar 2016 Opfer eines gewalttätigen Überfalls wurde. Auch wenn die Hintergründe noch nicht aufgeklärt sind, spricht doch vieles dafür, dass die Täter der rechten Szene zuzuordnen sind. Aufgrund seines Engagements für Flüchtlinge und im „Bündnis gegen Rechts“ hatte Charles Cervigne zuvor mehrfach Drohungen aus diesem Umfeld erhalten.
Die Evangelische Kirchengemeinde Übach-Palenberg verurteilt die feige Gewalttat und erklärt ihre Solidarität mit Pfarrer Cervigne.
Zugleich erklären wir: Auch wir werden uns von Drohungen und Gewalttätigkeiten nicht einschüchtern lassen, sondern weiterhin unbeirrt der Welt die Friedensbotschaft Jesu Christi verkündigen. Denn: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ (Apg 5,29) und Gottes Auftrag erfüllen: „Richtet recht, und ein jeder er-weise seinem Bruder Güte und Barmherzigkeit, und tut nicht Unrecht den Witwen, Waisen, Fremdlingen und Armen, und denke keiner gegen seinen Bruder etwas Arges in seinem Herzen!“ (Sach 7,10)
Darum werden wir uns jetzt erst recht einsetzen
• für Recht und Gerechtigkeit,
• für Frieden und Freiheit,
• für das Recht eines jeden Menschen auf ein Leben in Würde,
• für mehr Toleranz und mehr Offenheit,
• für Versöhnung und Mitmenschlichkeit.
Und darum gilt: Jetzt erst recht gegen Rechts!
Pfarrer lässt sich nach hinterhältiger Attacke nicht einschüchtern
Pfarrer lässt sich nach hinterhältiger Attacke nicht einschüchtern
Erstellt 16.02.2016
Unbekannte haben einen Aldenhovener Geistlichen nachts an seiner Haustür niedergeschlagen. Der Pfarrer arbeitet seit 26 Jahren in Aldenhoven. Das sei immer seine Traumgemeinde gewesen.
von Peter Berger und Detlef Schmalenberg
Aldenhoven.
Keinesfalls werde er sich einschüchtern lassen, sagt Charles Cervigne mit ruhiger Stimme: „Niemals, das werden die nicht schaffen.“ Worüber der Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Aldenhoven spricht, ist der Überfall am späten Samstagabend. Gegen 23.10 Uhr klingelte es an der Türe des Pfarrhauses, der 56-Jährigen wurde sofort mit Pfefferspray attackiert und mit einem Stock auf ihn eingeprügelt.
Cervigne konnte gerade noch die Tür zuschlagen, musste sich in der Nacht wegen Verletzungen am Auge und am Nasenbein im Aachener Uniklinikum behandeln lassen. „Es hätte viel schlimmer enden können. Ich weiß nicht einmal, ob es ein oder mehrere Täter waren. Wären die Angreifer etwas näher gekommen, hätten sie meine Schädeldecke getroffen und vermutlich stark beschädigt. Das hätte dann nicht mehr so leicht behandelt werden können“, sagt der Pfarrer und lacht. „Aber im Krankenhaus hat man mir gesagt, dass das Auge von selbst heilt. Und die krumme Nase hatte ich schon immer.“

Rechtsradikaler Hintergrund?
Für die Aachener Polizei steht nicht fest, ob der Angriff einen rechtsradikalen Hintergrund hat. Unwahrscheinlich ist das jedoch nicht. Schon vor zwei Jahren hatte es rechtsextreme Schmierereien an der Kirche und dem Pfarrhaus gegeben. Hakenkreuze beispielsweise oder Sprüche wie »Vergiss nie«. „Womit natürlich gemeint war, wir können jederzeit kommen, wir kriegen Dich“, so Cervigne. Zudem seien die Reifen seines Autos zerstochen worden. Der Staatsschutz habe damals ermittelt und einige der Täter gefasst.
In den vergangenen Wochen jedoch sei er wieder regelmäßig auf Facebook beschimpft und bedroht worden. „Ich mische mich beispielsweise häufig in Diskussionen zur Flüchtlingspolitik ein. In diesem Zusammenhang wurden die Pöbeleien immer massiver, bis es schließlich sogar hieß: Man müsste bei Dir vorbei kommen und Dir die Fresse einschlagen.“
Der Angriff auf den Pfarrer sei besonders erschreckend, „weil damit das letzte Tabu gebrochen wurde“, sagt Jens Sannig, Superintendent des Kirchenkreises Jülich. „Ich habe immer gedacht, dass wenigstens Pfarrhäuser noch immer so etwas wie ein geschützter Raum sind. Völlig unabhängig von der Frage, ob der Angriff rechtsradikal motiviert war oder nicht: Da ist eine neue Dimension erreicht. Man schlägt auf jemanden ein, der eigentlich dazu da ist, Menschen zu helfen.“
Seit 26 Jahren in Aldenhoven
Der Pfarrer arbeitet seit 26 Jahren in Aldenhoven. Das sei immer seine Traumgemeinde gewesen. „Als ehemaliger Bergarbeiterort galt das 14 000-Einwohner-Städtchen nach den Zechenschließungen im Jahr 1991 als Problemgemeinde mit hoher Arbeitslosigkeit“, so Cervigne. Aber in dem an Jülich grenzenden Städtchen habe es immer auch ein großes Verständnis für Integration gegeben. „Schließlich kamen auch die Kumpel in den Gruben aus unterschiedlichen Ländern.“
Der Kirchenkreis habe sich deshalb lange schon für Flüchtlinge eingesetzt. „Bereits vor 35 Jahren, als die ersten Tamilen kamen. Oder Anfang der 1990er Jahre, als Hunderttausende in Deutschland Asyl suchten.“
Heute kümmern sich etwa 60 freiwillige Helfer der Gemeinde um kostenlose Lebensmittel, eine Kleiderkammer, bieten den derzeit etwa 280 Asylbewerbern Hilfe bei Behördengängen und Arztbesuchen oder Sprachkurse. Für Charles Cervigne ist völlig klar, dass sich daran nichts ändern wird. Auch nachts werde er weiterhin die Tür zu seinem Pfarrhaus öffnen, wenn es klingelt. „Das steht fest. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.“ Sicher mache er sich Sorgen um seine Frau und die fünf Söhne im Alter von zehn bis 22 Jahren.
Aber der Landrat habe ihm versichert, seine Familie würde jetzt besonders geschützt. Um sich selbst aber habe er keine Angst, sagt der Pfarrer. Das klinge jetzt vielleicht etwas merkwürdig oder naiv und werde womöglich sogar belächelt: „Aber das hat etwas mit meinem Gottvertrauen zu tun. Mit dem Grundvertrauen, das mir dadurch geschenkt wurde.“
AUTOR
Peter Berger ist NRW-Korrespondent.
Peter Berger
Charles Cervigne in Aldenhoven: Pfarrer lässt sich nach hinterhältiger Attacke nicht einschüchtern | NRW – Kölner Stadt-Anzeiger – Lesen Sie mehr auf:
http://www.ksta.de/nrw/pfarrer-aldenhoven-sote-attacke,27916718,33803442.html#plx1441964757″




